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Nach dem Erdbeben folgte das nächste Unglück

Nach einem Erdbeben der Stärke 7 haben die Behörden in Neuseelands Christchurch den Notstand ausgerufen. Kurz danach kam es in der Nähe der zweitgrössten Stadt des Landes zur nächsten Tragödie.

Die Nachbeben halten an: Ein zerstörtes Gebäude in Christchurch.
Die Nachbeben halten an: Ein zerstörtes Gebäude in Christchurch.
Keystone
Sicherheitsarbeiten an einem beschädigten Haus.
Sicherheitsarbeiten an einem beschädigten Haus.
Keystone
Trotz den grossen Schäden gab es keine Toten.
Trotz den grossen Schäden gab es keine Toten.
Reuters
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Bei einem starken Erdbeben auf der Südinsel Neuseelands sind zwei Menschen schwer verletzt worden. Am stärksten betroffen war die Stadt Christchurch. Dort wurde der Notstand ausgerufen.

Das Beben der Stärke 7,1 zerstörte in der grössten Stadt der Südinsel Gebäude, Brücken, Strassen und Autos. Nach Angaben der US-Geologiebehörde USGS lag das Epizentrum rund 30 Kilometer nordwestlich von Christchurch. Die Erschütterungen um 4.35 Uhr Ortszeit seien auf der ganzen Südinsel zu spüren gewesen.

Es seien zehn spürbare Nachbeben der Stärken 3,9 bis 5,2 registriert worden. Seismologen warnten vor einem grösseren Nachbeben.

Nach Spitalangaben erlitten zwei Menschen schwere und mehrere weitere leichte Verletzungen wie Schnittwunden, Prellungen oder Knochenbrüche.

Mehrere Gebäude stürzten ein. In der Stadt fiel grossflächig die Strom- und Wasserversorgung aus, wie örtliche Medien berichteten. Auch Handynetze seien ausgefallen. Viele Menschen liefen im Dunkeln in Schlafanzügen auf die Strassen, hiess es auf der Website der Lokalzeitung «The Press».

Flugzeugabsturz mit neun Toten

Wenige Stunden später kam es auf der Südinsel zum nächsten Unglück: Bei einem Flugzeugunfall sind neun Menschen ums Leben gekommen, darunter ein Feriengast aus Deutschland. Bei den Todesopfern handelt es sich um den Piloten und acht Passagiere, wie die Polizei mitteilte. Die verunglückte Maschine gehörte einer Firma, die Fallschirmsprünge organisiert. Sie ging nach Angaben von Rettungskräften und Augenzeugen auf einem Behelfslandeplatz in der Nähe des bei Touristen beliebten Fox-Gletschers auf der Südinsel Neuseelands in Flammen auf.

Unter den Toten seien je ein Urlauber aus Deutschland, Irland, England und Australien, sagte Polizeisprecherin Allyson Ealam. Die vier anderen Passagiere waren Einheimische, Berichten zufolge Fallschirmsprunglehrer.

«Es war wie ein Feuerball»

Das Flugzeug sei kurz nach dem Start in Brand geraten, sagte ein Sprecher des örtlichen Rettungsdienstes, Ian Henderson. Augenzeugen berichteten dagegen, die Maschine habe nicht richtig abgehoben, sei in einen Zaun am Ende der Rollbahn gekracht und in Flammen aufgegangen. «Es war wie ein Feuerball, und dann gab es grosse Rauchwolken,» sagte ein Zeuge der Zeitung «New Zealand Herald».

Der Fox-Gletscher liegt an der Westküste der Südinsel rund 150 Kilometer von Christchurch entfernt. Die Stadt war Stunden vor dem Unglück von einem heftigen Erdbeben erschüttert worden, bei dem mindestens zwei Menschen verletzt wurden.

Der Unglücksort Fox Glacier liegt an der Westküste der Südinsel rund 150 Kilometer von Christchurch entfernt.

Plünderungen in der Stadt

Derweil berichtete die Polizei von Plünderungen im Erdbebengebiet. Stadtzentrum gesperrt. Auch der öffentliche Nahverkehr von Christchurch, mit knapp 350'000 Einwohnern Neuseelands zweitgrösste Stadt, war nach den Erschütterungen am frühen Morgen gestört. Der Schienenverkehr auf der Südinsel wurde aus Sicherheitsgründen eingestellt. Der internationale Flughafen der Stadt wurde evakuiert.

Die Polizei sperrte den Innenstadtbereich bis Sonntag ab. Bis dahin soll das Ausmass der Schäden eingeschätzt worden sein. Für die Nacht auf Sonntag galt eine Ausgangssperre.

Geologisch aktiven Region

Der ausgerufene Notstand erleichtere die Evakuierung der betroffenen Gebiete, sagte Bürgermeister Bob Parker am Samstag dem nationalen Radio. Er sei «entsetzt» über das Ausmass der Schäden, die grösser seien als zunächst angenommen.

Regierungschef John Key sprach nach einem Augenschein von «beängstigenden» Schäden. «Es ist ein Wunder, dass niemand ums Leben gekommen ist», sagte Ministerpräsident Key im Fernsehen. Die Höhe der Sachschäden belaufe sich laut ersten Schätzungen auf rund zwei Milliarden neuseeländische Dollar (1,45 Milliarden Franken).

Neuseeland liegt in einer geologisch aktiven Region. Das jüngste Beben ist eines der zehn schwersten Erdbeben des Landes. Tote gab es zuletzt 1968, als drei Menschen an der Westküste der Südinsel bei Erdstössen der Stärke 7,1 ums Leben kamen.

dapd/sda/bru/raa/mrs

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