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Mutter will mit Dignitas sterben – am Ende ist auch Tochter tot

Ein ungeplanter Todesfall in einem Dignitas-Sterbezimmer beschäftigt die Zürcher Staatsanwaltschaft. Gegen einen Arzt wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

Tragödie bei Freitodbegleitung: Ansicht eines Sterbezimmers der Sterbehilfeorganisation Dignitas. (Archivbild) Keystone/Gaetan Bally
Tragödie bei Freitodbegleitung: Ansicht eines Sterbezimmers der Sterbehilfeorganisation Dignitas. (Archivbild) Keystone/Gaetan Bally

Eine 95-jährige Engländerin reiste 2016 nach Zürich. Sie wollte mit der Freitodorganisation Dignitas aus dem Leben scheiden. Begleitet wurde sie von ihrer 58-jährigen Tochter. Wie die «Schweiz am Wochenende» berichtet, starb bei der Freitodbegleitung allerdings nicht nur die Mutter, sondern auch die Tochter.

Letztere erlitt laut Bericht im Sterbezimmer eine Hirnblutung. Dignitas bot einen Arzt auf, der die Anzeichen falsch deutete und der 58-Jährigen das Beruhigungsmittel Temesta spritzte. Er versetzte sie gemäss Rechtsmedizin damit in einen lebensbedrohlichen Zustand. Erst nach über sechs Stunden, als die Frau nicht mehr atmete, wurde sie ins Spital eingeliefert.

Verfahren gegen Arzt

Es lasse sich «nicht mit ausreichender Sicherheit» sagen, ob der Arzt den fatalen Verlauf hätte abwenden können. Er habe diesen mit seiner Fehlbehandlung aber «mindestens begünstigt» – stellte das Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich fest.

Die Zürcher Staatsanwaltschaft führt gegen den Arzt ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung. Er verweigerte in den Einvernahmen die Aussage – es gilt die Unschuldsvermutung.

Dignitas liess verlauten, es handle sich um eine «menschlich tragische Begebenheit und eine unvorhersehbare Situation». Die Freitodorganisation selbst ist nicht in das Verfahren involviert. Dieses betreffe «keinen Mitarbeiter und auch kein Mitglied unseres Vereins».

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