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Mutter ersticht Lehrerin vor der Klasse

Am letzten Schultag wurde eine Lehrerin in Frankreich von der Mutter einer Schülerin ermordet. Der Unterricht hatte gerade begonnen.

Die Mutter soll schwere psychische Probleme gehabt haben: Polizisten stehen vor der Schule. (4. Juli 2014)
Die Mutter soll schwere psychische Probleme gehabt haben: Polizisten stehen vor der Schule. (4. Juli 2014)
AFP

Vor den Augen der entsetzten Schüler hat eine Mutter in Frankreich deren Lehrerin erstochen. Die Tat geschah am Freitag in der staatlichen Vor- und Grundschule in der südwestfranzösischen Kleinstadt Albi.

Die 47-Jährige sei «mit einem Küchenmesser in ihrer Handtasche» gekommen und habe die 34 Jahre alte Lehrerin «vor etwa 14 Schülern» niedergestochen, sagte Staatsanwalt Claude Derens. Die Mutter leide unter «schweren psychischen Störungen».

Die Täterin wurde kurz nach der tödlichen Messerattacke in der Nähe ihrer Wohnung festgenommen. Nach Angaben des Staatsanwaltes machte sie «unzusammenhängende Aussagen», so dass eine psychiatrische Untersuchung angeordnet wurde. Das Ergebnis seien «schwere psychische Störungen in Form von Verfolgungswahn» gewesen. Die Mutter, deren sechsjährige Tochter in die Klasse der getöteten Lehrerin ging, komme nun in eine psychiatrische Klinik.

Psychisch auffällige Frau

Der Angriff hatte sich zu Unterrichtsbeginn gegen 9.00 Uhr ereignet. Die Mutter habe sich mit der Lehrerin schlagen wollen und habe dieser dann einen einzigen Stich in die Seite zugefügt. Für die Lehrerin einer Vorschulklasse, die selbst zwei kleine Töchter hat, kam jede Hilfe zu spät: «Sie hatte in ihrem Klassenzimmer einen Herzstillstand.»

Die Vor- und Grundschule Edouard Herriot von Albi besuchen insgesamt 284 Kinder im Alter zwischen drei und elf Jahren. Die kleine Tochter der Täterin war erst seit rund eineinhalb Monaten dort in der Klasse. Der Elternvereinigung FCPE zufolge hatte es kein «spezielles Problem» zwischen der Lehrerin und der Mutter gegeben.

Die Mutter war jedoch schon bei den Behörden als psychisch auffällig registriert: Gegen sie liefen bereits Ermittlungen wegen Vernachlässigung einer Minderjährigen. Im Frühjahr war sie bereits zeitweise in der Psychiatrie.

Gewalt gegen Lehrer nimmt zu

Die Tat ereignete sich am letzten Unterrichtstag vor den Sommerferien in Frankreich. Präsident François Hollande sprach von einem «entsetzlichen Drama» und schickte Helfer zur Betreuung der Kinder und des Schulpersonals nach Albi.

Erziehungsminister Benoît Hamon hob hervor, dass es sich um einen Einzelfall handle. Dennoch forderte er, dass die Schulen besser vor Gewalt und Konflikten geschützt werden müssten.

Eine Reihe von Studien zeigt eine zunehmende Gewalt von Eltern gegen Lehrer in Frankreich. Laut einer Untersuchung aus dem Jahr 2012 sagten 35,8 Prozent der Lehrer, dass sie beleidigt wurden, 17,1 Prozent berichteten von Drohungen, 14 Prozent von Belästigungen und 3,6 Prozent sogar von Schlägen.

(sda/AFP)

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