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Mugabes gewichtige Währung

Zimbabwe ist bankrott – jetzt bezahlt der Staat seine Schulden mit Elefanten.

Tauschhandel: Zimbabwe schickte 35 Elefanten nach China. Foto: iStock
Tauschhandel: Zimbabwe schickte 35 Elefanten nach China. Foto: iStock

Zimbabwe schaffte vor acht Jahren seine eigene Währung ab, nachdem man für 1 Franken mehr als 30 Milliarden zimbabwische Dollar hinblättern musste. Seitdem wird in dem afrikanischen Krisenstaat mit US-Dollar, südafrikanischen Rand oder chinesischen Yuan bezahlt. Doch weil das bankrotte Land auch über keine Devisen mehr verfügt, ist die Regierung in Harare jetzt zu einer neuen Währung übergegangen: Sie bezahlt ihre Schulden mit wilden Tieren ab, vor allem mit Elefanten.

Traumatisierte Jungtiere

Mit einer stählernen Boeing 747 wurden unlängst 35 junge Dickhäuter für chinesische Wildparks über Moskau nach Shanghai geflogen. Dazu wurden eigens die Start- und Landepisten des Flughafens an den Viktoriafällen ­verlängert. Mit der Lieferung ­bezahlte Zimbabwe offenbar Kriegsgerät, das es bereits im Jahr 1998 aus China bezogen hatte. Auf die Idee der Schuldentilgung mit gewichtiger Währung kam Zeitungsberichten aus Zimbabwe zufolge Grace Mugabe, die Frau des 92-jährigen Präsidenten Robert Mugabe. Nach Angaben der Naturschutzorganisation Zimbabwe Conservation Taskforce sollen 130 lebende Elefanten und 50 Löwen ins Reich der Mitte verfrachtet werden, um die Gesamtschuld zu begleichen.

Zwei Elefanten verendeten

Der Transport der Elefanten stiess auf heftige Kritik, vor allem, weil es sich um Jungtiere im Alter von fünf bis zwölf Jahren handelte. Junge Elefanten würden bei der Trennung von ihren Muttertieren «schwer traumatisiert», sagte ein zimbabwischer Experte, der nicht namentlich genannt werden will: «Sie entwickeln ein ungewöhnlich aggressives Verhalten.» Schon kurz nach der Gefangennahme sind offenbar zwei der ursprünglich 37 jungen Jumbos gestorben.

Skepsis löste auch die Frage aus, was mit den Elefanten in China passiert. Die dortigen Wildparks gelten als schlecht gemanagte Zirkusse, in denen Tiere auch für Vorführungen herhalten müssen. Ausserdem bestehe die Gefahr, dass die Stosszähne der Dickhäuter auf dem Schwarzmarkt landen. Für 1 Kilo Elfenbein werden in China umgerechnet 1500 Franken hingelegt; die Stosszähne eines ausgewachsenen Elefanten können gut und gerne 230 Kilogramm schwer sein. Für einen der Elefanten seien Zimbabwe wohl rund 43'000 Franken gutgeschrieben worden, schätzen Experten – allein aus dem Verkauf der Stosszähne könnte in China also enorm Profit geschlagen werden.

Ein Schatz aus Elfenbein

Zimbabwes Regierung hingegen führt auch ökologische Gründe für den Export an: Die Population der Dickhäuter in den Wildparks des Landes sei um 36'000 Exemplare zu hoch; werde ihre Zahl nicht vermindert, seien ökologische Schäden zu befürchten.

Das Washingtoner Artenschutzabkommen untersagt den Handel mit lebenden Elefanten nicht. Der Verkauf von Stosszähnen ist allerdings verboten. Trotzdem möchte Zimbabwes Umweltministerin Oppiah Muchinguri-Kashiri künftig Elfenbein aus staatlichen Beständen nach China verkaufen, um die Staatsfinanzen aufzupolieren. Das Land soll über 100'000 Tonnen Elfenbein im mindestens theoretischen Wert von 150 Milliarden Franken verfügen.

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