Schiff mit 163 Passagieren rammt Fels bei Kehrsiten

Auf dem Vierwaldstättersee ist die MS Diamant auf Grund gelaufen und leckgeschlagen. Das neuste Schiff auf dem See muss repariert werden.

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Der Sachschaden bei der auf Grund gelaufenen MS Diamant könnte im Millionenbereich liegen. Das befürchtet die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV), wie deren Direktor Stefan Schulthess auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Der Schaden sei «sehr hoch», sagte Schulthess am Freitag. Er vermute, dieser liege im «siebenstelligen Bereich». Grund sei, dass viele teure Geräte vermutlich ausgetauscht werden müssten. «Das Wasser lief in die Küche, in die Heizung und teilweise in die Kühlzellen der Gastronomie.» Müssten all diese Maschinen und Geräte ausgetauscht werden, werde es «teuer».

Die handgrossen Lecks am Rumpf zu reparieren, würde bei der Endrechnung im Vergleich dazu nicht gross ins Gewicht fallen. Gemäss dem SGV-Direktor werden die Reparaturen in der hauseigenen Werft in Luzern durchgeführt werden. Wie lange das Motorschiff Diamant ausfallen wird, ist offen. Dies sei hauptsächlich von den Lieferfristen für Ersatzteile und Ersatzgeräte abhängig.

Rückkehr nach Luzern am Freitag

Die am Donnerstag auf dem Vierwaldstättersee auf Grund gelaufene MS Diamant soll noch am Freitag in die Heimatwerft nach Luzern zurückkehren. Die Lecks seien provisorisch abgedichtet; das Motorschiff könne aus eigener Kraft fahren, sagte Schulthess. «Im Motorraum gab es keinen Wassereinbruch.» Die Abfahrt in Kehrsiten sei gegen Mittag geplant; eintreffen sollte die MS Diamant gegen 13 Uhr in Luzern.

Das Schiff werde auf seiner Fahrt über den Vierwaldstättersee zur Sicherheit von weiteren Schiffen der Feuerwehr oder der Seepolizei sowie der Schifffahrtsgesellschaft begleitet.

An Felsen entlang geschrammt

Der Unfall ereignete sich am Donnerstagabend gemäss Schulthess bereits 400 Meter vor der Schiffstation Kehrsiten. Das Schiff schrammte einen Felsen unter Wasser entlang und schluge mehrere Lecks an der linken Seite (backbord) des Motorschiffs.

Drei Schotten liefen darauf mit Wasser voll. «Das Schiff blieb aber manövrierfähig und konnte die Station Kehrsiten aus eigener Kraft ansteuern, wo die 163 Passagiere und Besatzung unverletzt die MS Diamant verlassen konnten», sagte Direktor Schulthess. Verletzt wurde niemand.

Taucher dichten Lecks ab

Die noch am Donnerstag begonnen Sicherungs- und Bergungsarbeiten dauerten am Freitagvormittag an. Feuerwehren von Kehrsiten, Stansstad, Beckenried, die Stützpunktfeuerwehr Stans und die Stadtfeuerwehr von Luzern pumpten das Wasser vom Schiff, während Taucher der Luzerner Seepolizei die Lecks abdichteten.

Die Kantonspolizei und Staatsanwaltschaft Nidwalden sowie die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) untersuchen den Unfall.

Die MS Diamant ist erst seit diesem Jahr in Betrieb. Das 15,5 Millionen Franken teure Motorschiff hatte im Mai seine Jungfernfahrt absolviert. Das Schiff wurde in der Werft der SGV gebaut. (chk/oli/sda)

Erstellt: 08.12.2017, 02:08 Uhr

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