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Mit VIP-Auto an der Tour de Suisse gerast

Weil er mit 90 km/h in eine Tempo-50-Zone raste, musste sich ein Ex-Radprofi vor dem Kantonsgericht St. Gallen verantworten. Dieses zeigte sich gnädig – weil er einen speziellen Auftrag hatte.

Dürfen die Regeln «im vernünftigen Rahmen» übertreten: Begleitfahrzeuge an der Tour de Suisse. (Archivbild)
Dürfen die Regeln «im vernünftigen Rahmen» übertreten: Begleitfahrzeuge an der Tour de Suisse. (Archivbild)
Keystone

Das Kantonsgericht St. Gallen hat den Freispruch gegen einen ehemaligen Radprofi bestätigt. Der 42-Jährige wurde 2012 an der Tour de Suisse geblitzt, als er in Altstätten mit einem VIP-Fahrzeug mit über 90 km/h vor dem Feld fuhr.

Der ehemalige Radrennfahrer hatte sich am Montag vor dem Kantonsgericht St. Gallen wegen grober Verkehrsregelverletzung verantworten müssen.

Alle Fahrzeuge sind gleichgestellt

Das Kantonsgericht St. Gallen musste entscheiden, ob ein VIP-Fahrzeug, das im Tross der Tour de Suisse mitfährt, gleich behandelt werden soll wie Begleitfahrzeuge, die für die Sicherheit zuständig sind und während den Rennen die Strassenverkehrs-Regeln «im vernünftigen Rahmen» übertreten dürfen.

Es sei davon auszugehen, dass alle Fahrzeuge, die sich mit dem Einverständnis der Rennleitung auf der Rennstrecke aufhalten, bezüglich der Einhaltung der Verkehrsregeln gleichgestellt sind, schrieb das Gericht in einer Kurzbegründung.

Damit lag auch ein Rechtfertigungsgrund für eine Geschwindigkeitsüberschreitung vor. Selbst wenn dies verneint würde, müsste der Beschuldigte aufgrund eines Verbotsirrtums freigesprochen werden.

Zu bedingter Geldstrafe verbrummt

Im Juni 2012 führte eine Etappe der Tour de Suisse von Bischofszell im Thurgau nach Arosa in Graubünden. Auf der Route lag auch Altstätten im St. Galler Rheintal. Die Fahrt hinunter ins Rheintal führte von Gais im Appenzellerland über den steilen Stoss.

Vor dem Feld, aber hinter dem Absperrwagen an der Spitze des Tour-Trosses, lenkte der ehemalige Radprofi ein VIP-Fahrzeug. Beim Eingang zum Städtchen Altstätten, bereits in der Tempo-50-Zone, wurde er mit Tempo 97 «geblitzt».

Wegen grober Verkehrsregelverletzung wurde dem Fahrer per Strafbefehl eine bedingte Geldstrafe von 25 Tagessätzen à 130 Franken und eine Busse von 1500 Franken auferlegt. Der Ex-Radrennfahrer akzeptierte das nicht und zog vor das Kreisgericht.

Das Kreisgericht Rheintal sprach den 42-Jährigen im April 2013 von der Anklage der groben Verkehrsregelverletzung frei. Die Staatsanwaltschaft zog den Entscheid vors Kantonsgericht St. Gallen.

SDA/fko

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