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Millionen Flugmeilen für Migranten – dank eines einzigen Tweets

Um die an der US-Grenze getrennte Familien zu vereinen, braucht es Flugreisen. Eine Spendenaktion stösst unverhofft auf grossen Erfolg.

Die US-Grenzwache in Texas setzt Immigranten, darunter auch Mütter mit Babys, nach der Kontrolle an einer Busstation ab.
Die US-Grenzwache in Texas setzt Immigranten, darunter auch Mütter mit Babys, nach der Kontrolle an einer Busstation ab.
AFP

32'000-mal ist der Tweet innerhalb von vier Tagen retweetet (also weitergeleitet) worden, 139'000-mal drückten User des sozialen Netzwerks Twitter ihre Zustimmung aus. Beth Wilensky, Jusprofessorin an einer Universität in Michigan, hatte geschrieben: «Mein Mann reist viel. Nachteil: Er ist häufig weg. Vorteil: viele Flugmeilen.» Einige davon hätten sie dafür verwendet, einen dreijährigen Jungen und seinen Vater zurück zu den übrigen Familienmitgliedern zu fliegen, nachdem die Familie an der mexikanisch-amerikanischen Grenze getrennt worden war.

Organisationen wie Miles4Migrants sind darauf spezialisiert, dank gespendeter Flugmeilen Flüge zu organisieren, um Migrantenfamilien wieder zusammenzuführen. Gegenüber dem Nachrichtensender ABC News sagte Andy Freedman, Mitbegründer von Miles4Migrants, der Tweet der Juristin aus Michigan habe Spenden im Umfang von 7 Millionen Flugmeilen bewirkt – mehr als doppelt so viel, wie die Organisation seit ihrer Gründung im September 2016 erhalten hatte. «Das ist unglaublich», sagte Freedman.

Noch immer 559 Minderjährige getrennt

Am 26. Juli hätten laut einem Gerichtsbeschluss alle Kinder, die zuvor beim illegalen Grenzübertritt in die USA von ihrer Familie getrennt worden waren, wieder mit ihren Eltern zusammengeführt werden müssen. Zuvor hatte die Trump-Administration die vorwiegend aus Zentralamerika und Mexiko stammenden Familien auseinandergerissen: Die Eltern kamen in Haft, die Kinder wurden in Auffangstationen und Heimen untergebracht, oft Tausende Kilometer von der Grenze entfernt.

Der Tweet der amerikanischen Juristin Beth Wilensky.
Der Tweet der amerikanischen Juristin Beth Wilensky.

Laut dem Magazin «Time» waren am 10. August noch immer 559 Minderjährige von ihren Eltern getrennt. 1569 hingegen hatten die Behörden zu ihren Familien zurückgeführt. Dass nicht alle Kinder zurückgebracht werden konnten, liegt laut offiziellen Angaben daran, dass zahlreiche Eltern inzwischen aus den USA ausgeschafft worden waren.

Es sind solche Fälle, bei denen Miles4Migrants zu helfen versucht. Die meisten Flüge, welche die Organisation zuvor durchgeführt hatte, waren jedoch Migrantenfamilien aus Afrika und dem Nahen Osten zugutegekommen. Mit den Spenden, die dank Wilenskys Tweet zustande gekommen waren, kann Miles4Migrants laut Freedman mindestens 340 Personen einen Flug ermöglichen. (ben)

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