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William und Kate bezirzen die Deutschen

In Berlin haben Tausende Prinz William und Kate bejubelt. Das royale Paar charmiert in politischem Auftrag.

Strahlendes Geburtstagskind: Der Kensington-Palast twitterte dieses neue Foto von Prinz George. (22. Juli 2017)
Strahlendes Geburtstagskind: Der Kensington-Palast twitterte dieses neue Foto von Prinz George. (22. Juli 2017)
Chris Jackson, AFP
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Es war ein ausdrücklicher Wunsch des britischen Aussenministeriums, dass die nach der Queen zweitpopulärsten Mitglieder des Königshauses in dieser Woche Polen und Deutschland besuchen. Wer besser als Prinz William und seine Frau Kate, begleitet von ihren Kleinkindern George (bald 4) und Charlotte (2), könnten den Frust der Europäer über den Austritt der Briten aus der Europäischen Union weglächeln? Die Sorgen von Diplomaten, Politikern und Unternehmern besänftigen? Und Kontinuität behaupten, da wo der Brexit faktisch einen Bruch herbeigeführt hat?

Jubel für Kate und William: Das Prinzenpaar zeigt sich am Brandenburger Tor den Bürgern. (Video: Tamedia/AFP)

Polen als erste Station des royalen Paars war so wenig zufällig wie Deutschland. Mehrere hunderttausend Polen haben in den vergangenen Jahren im Zuge der Personenfreizügigkeit Arbeit in Grossbritannien gefunden und sorgen sich nun um ihre Zukunft auf der Insel. Deutschland wiederum ist der Schlüsselstaat in der EU, Kanzlerin Angela Merkel eine der mächtigsten Akteurinnen in den harten Austrittsverhandlungen und die deutsche Öffentlichkeit eine der Brexit-skeptischsten in Europa.

Bei Merkel gab es Lachs, Thunfisch und Kabeljau

Aus Danzig kommend, wurden William und Kate am Mittwoch von Merkel im Kanzleramt zum leichten Mittagessen mit viel Fisch empfangen; es gab Lachs, Thunfisch und Kabeljau. Am Abend folgt ein Treffen mit dem deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue, danach eine Gartenparty mit 600 geladenen Gästen in der Residenz des britischen Botschafters im Grunewald.

Video - Merkel empfängt die Royals

Die königliche Familie landete am Mittag in Berlin. (Video: Reuters)

Dazwischen nutzte das Paar die Gelegenheit, um sich am Brandenburger Tor den Berlinern zu präsentieren. Tausende Schaulustige, vielen von ihnen Touristen, säumten den Pariser Platz, viele schwenkten britische und deutsche Fähnchen, die Mitarbeiter der britischen Botschaft flink verteilt hatten. Der Prinz im dunklen Anzug und die Herzogin im blauen Kleid gingen auf die Zaungäste zu, schüttelten Hände, plauderten und nahmen sich viel Zeit. Kate kniete sich immer wieder zu kleinen Kindern nieder, um ihnen in die Augen zu sehen.

Danach besuchte das Paar das Stelenfeld des Holocaust-Mahnmals, wo es unter anderem mit dem 96-jährigen Überlebenden Leon Schwarzbaum sprach. Später ging es in die Ostberliner Plattenbausiedlung Marzahn, wo William und Kate Helfer zweier gemeinnütziger Vereine trafen: eines Vereins für Strassenkinder sowie der Robert-Enke-Stiftung, die auf Depressionskrankheiten aufmerksam macht.

Charmediplomatie geht in Heidelberg und Hamburg weiter

Weitere Stationen des Besuchs aus dem britischen Königshaus sind am Donnerstag Heidelberg und am Freitag Hamburg. Heidelberg, Sitz der ältesten Universität auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands, wurde ausgewählt, weil sie Partnerstadt der berühmten britischen Universitätsstadt Cambridge ist – William und Kate wiederum amtieren als Herzog und Herzogin von Cambridge. Neben einem Bummel durch die malerische Altstadt ist in Heidelberg auch eine Ruderregatta auf dem Neckar vorgesehen. Auch William und Kate sollen dafür ins Boot steigen, vom Ufer werden sie von Tausenden von Schaulustigen beobachtet werden.

In Hamburg wird das royale Paar vom Ersten Bürgermeister Olaf Scholz empfangen, der sich wegen der dreitägigen Krawalle anlässlich des G-20-Gipfels in seiner Stadt zuletzt harsche Vorwürfe hatte anhören müssen. Nach einem Rundgang durch das Internationale Maritime Museum und einem Spaziergang durch die historische Speicherstadt werden William und Kate in der Elbphilharmonie die Hamburger Symphoniker treffen, auf der Elbe schippern und schliesslich den Flugzeughersteller Airbus besuchen. Dann ist ihre Mission der Charmediplomatie für diese Woche erfüllt.

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