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Meistgesuchter Drogenboss Mexikos verhaftet

Grosser Coup für die US-Antidrogenbehörde: Der Chef des Sinaloa-Kartells, Joaquín «El Chapo» Guzmán, ist in Mexiko gefasst worden. Er gilt als «mächtigster Gangster der Welt».

Offenbar fielen bei der Verhaftung keine Schüsse: Joaquin Guzman alias «El Chapo».
Offenbar fielen bei der Verhaftung keine Schüsse: Joaquin Guzman alias «El Chapo».
Keystone

Jahrelang ist nach ihm gefahndet worden, jetzt ist «El Chapo» den Ermittlern in Mexiko ins Netz gegangen. Sein Sinaloa-Kartell schmuggelt tonnenweise Kokain in die USA und ist für Tausende Tote verantwortlich. Jetzt könnte der Kampf um Guzmáns Nachfolge beginnen.

Der Chef des Sinaloa-Kartells, Joaquín «El Chapo» Guzmán, wurde am Samstag in der mexikanischen Küstenstadt Mazatlán unter Beteiligung der US-Antidrogenbehörde DEA gefasst.

Guzmán war seit dem Jahr 2001 auf der Flucht und wurde auch von den USA als meistgesuchter Rauschgiftbaron gelistet. In den USA war auf Guzmáns Ergreifung ein Kopfgeld von 5 Millionen Dollar (4,4 Millionen Franken) ausgesetzt, die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft setzte eine Belohnung von 30 Millionen Pesos (2 Millionen Franken) aus.

Entsprechend gross war die Genugtuung auf Seiten der mexikanischen Behörden nach der Verhaftung des lange Gesuchten. Präsident Enrique Peña Nieto beglückwünschte die mexikanischen Sicherheitskräfte zu ihrer Arbeit.

Guzmán war am frühen Morgen gegen 6 Uhr Ortszeit in einer touristischen Anlage des nordwestlichen Badeorts Mazatlán verhaftet worden - offenbar, ohne dass es einen Schusswechsel gab. Dies verlautete aus US-Sicherheitskreisen.

Kooperation Mexiko-USA

Zum Zeitpunkt der Verhaftung seien lediglich einige wenige Personen bei Guzmán gewesen. Zuvor sei der Drogenboss während fünf Wochen in Culiacán, der Regionalhauptstadt des Bundesstaates Sinaloa, überwacht worden. In Mazatlán habe er sich erst seit Tagen aufgehalten, hiess es weiter.

Bei dem Zugriff in der Hafenstadt an der Pazifikküste habe die mexikanische Marine mit Beamten der US-Antidrogen-Behörde DEA zusammengearbeitet, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Notimex unter Berufung auf US-Ermittler.

Zehntausende Tote

Das Magazin «Forbes» stufte Guzmán als mächtigsten Gangster der Welt ein. Das Sinaloa-Kartell kontrolliert weite Teile des Drogengeschäfts in Mexiko. Mit konkurrierenden Banden liefert es sich einen blutigen Krieg um die Kontrolle des Rauschgifthandels in die USA. Dabei wurden seit Ende 2006 mehr als 77'000 Menschen getötet.

«El Chapo», in mexikanischer Umgangssprache «Der Kleine», war im Jahr 1993 in Guatemala gefasst und in ein mexikanisches Hochsicherheitsgefängnis gebracht worden, aus dem ihm im Jahr 2001 die Flucht gelang.

Seitdem lebte er im Untergrund. Die Spekulationen über seinen Aufenthaltsort rissen nicht ab. Mal hiess es, er sei in Guatemala untergetaucht, dann wieder, er halte sich in den Bergen des nordwestlichen mexikanischen Bundesstaats Durango auf.

AFP/wid

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