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Mann soll Ehefrau jahrelang angekettet haben

Mit Bratpfannen und Bügeleisen soll ein Mann in den USA seine Frau misshandelt haben. Es handle sich eher um Sklaverei und Folter als gewöhnliche häusliche Gewalt, sagt die Polizei.

Laut Polizei musste die Frau niederknien, wenn der Mann den Raum betrat: Das Haus von Peter und Stephanie Lizon im Bezirk Jackson in West Virginia. (11. Juli 2012)
Laut Polizei musste die Frau niederknien, wenn der Mann den Raum betrat: Das Haus von Peter und Stephanie Lizon im Bezirk Jackson in West Virginia. (11. Juli 2012)
Keystone

Ein Mann aus dem US-Bundesstaat West Virginia soll seine Frau fast ein Jahrzehnt lang wie eine Sklavin behandelt, sie angekettet, gefoltert und so heftig in den Bauch geschlagen haben, dass sie eine Fehlgeburt erlitt. Der 37-Jährige wurde nun festgenommen. Er muss sich wegen schwerer Misshandlung verantworten, wie die Behörden mitteilen. Das Martyrium der 43-Jährigen endete erst mit ihrer Flucht.

Örtlichen Medienberichten zufolge soll der Mann seine Frau als «Sklavin» bezeichnet haben. Sobald er den Raum betrat, musste sie demnach vor ihm knien. Immer wieder soll er sie gefoltert haben - laut der Strafanzeige schlug er sie regelmässig, zerschmetterte ihre Füsse, verbrannte sie mit heissen Bügeleisen und Bratpfannen an Brust und Rücken und brach ihr mehrere Finger.

Als seine Frau schwanger war, schlug er sie den Medienberichten zufolge so heftig in den Bauch, dass sie eine Fehlgeburt erlitt. Anschliessend habe sie den vollentwickelten Embryo auf dem Grundstück ihres Bauernhofs begraben müssen. Ein weiteres Baby habe sie in Ketten und ohne ärztliche Hilfe zur Welt bringen müssen.

Anwalt spricht von Unfall

«Es ist erstaunlich, was Menschen einander antun können», sagte der stellvertretende Bezirks-Sheriff Tony Boggs aus Jackson County dem Fernsehsender WASZ. Der Fall übertreffe die normalen Fälle häuslicher Gewalt mindestens um das «Zehnfache» – «es handelt sich eher um Sklaverei und Folter.»

Der Anwalt des Beschuldigten, Shawn Bayliss, sagte dagegen demselben Sender, die Frau habe die Fehlgeburt bei einem Unfall mit einem Geländefahrzeug erlitten. Trotz der Vorwürfe halte die Ehefrau zu ihrem Mann. Eine Frau, die im Namen der 43-Jährigen Anzeige erstattet habe, sei «schwachsinnig».

Das jahrelange Martyrium der Frau endete am 2. Juli. Während einer Einkaufstour mit ihrem Mann und ihrem einjährigen Kind gelang der Frau die Flucht. Sie versteckte sich laut Strafanzeige zunächst in einem Tanzclub und flüchtete von dort per Anhalter in ein Frauenhaus. Eine der Frauen dort erstattete Anzeige bei der Polizei. Der Ehemann wurde verhaftet, eine Kaution wurde auf 300'000 Dollar festgesetzt.

sda/AFP/mw

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