Leiterin eines Schweizer Hilfswerks in Mali entführt

Bewaffnete haben in der Stadt Gao im Nordosten Malis eine Französin verschleppt. Sie war für eine Waadtländer Organisation vor Ort.

Krisenherd: Luftaufnahme von Gao. (17. Februar 2013)

Krisenherd: Luftaufnahme von Gao. (17. Februar 2013)

(Bild: AFP Pascal Guyot)

Die französische Justiz hat die Ermittlungen in einem Entführungsfall im Norden Malis aufgenommen. In der Stadt Gao wurde eine langjährige Mitarbeiterin einer im Kanton Waadt ansässigen Hilfsorganisation für Kinder entführt. Die über 60-jährige Frau leitete zuletzt die «Association d'aide à Gao» aus Burtigny VD, wie französische Medien berichten.

Wer für die Tat verantwortlich ist und die Hintergründe der Entführung seien nicht klar, sagte Kommandant Baba Cissé der Nachrichtenagentur Reuters. Die französischen Behörden in Paris bestätigten am Sonntag die Entführung der Französin in Mali.

Man stehe mit den lokalen Behörden in Verbindung, hiess es im Aussenministerium in Paris. Man arbeite für eine möglichst baldige Befreiung. Die Frau leite eine Nichtregierungsorganisation, die unterernährten Kindern helfe.

Stellungnahme des EDA

Dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) lägen keine Angaben vor, dass es sich bei der Entführten um eine Schweizer Staatsangehörige handelt, teilte das Departement auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mit. Nachrichtenagenturen berichteten am Samstag zunächst von einer entführten Frankoschweizerin.

Ein hoher Sicherheitsbeamter vor Ort sagte, drei Männer hätten das Haus der Frau in Gao gestürmt und auch eine Waise mitgenommen, die sich dort aufgehalten habe. Es sei ein Rettungseinsatz gestartet worden.

Immer wieder Angriffe in der Region

Besonders der Norden Malis wurde in den letzten Jahren wiederholt von Angriffen islamistischer Kämpfer heimgesucht. Gao ist die grösste Stadt im Norden des Landes und liegt rund 1200 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bamako.

Der Norden Malis war im Frühjahr 2012 in die Hände von Jihadisten-Gruppen gefallen. Französische Streitkräfte hatten Anfang 2013 eine Offensive gegen Jihadisten und Rebellen im Norden des westafrikanischen Krisenstaats gestartet. Deren Vormarsch Richtung Süden wurde dadurch gestoppt, die Sicherheitslage blieb aber angespannt.

Baslerin in Timbuktu verschleppt

Erst im Januar war eine Baslerin in Timbuktu im Norden Malis entführt worden. Zuletzt meldete sich die Missionarin in einem im Juli verbreiteten Video zu Wort, das von al-Qaida im islamischen Maghreb (AQMI) stammen soll. Die Frau war bereits im April 2012 einmal in Timbuktu von Islamisten verschleppt worden. Damals kam sie nach wenigen Tagen wieder frei – laut Medienberichten unter der Bedingung, nicht in die Wüstenstadt zurückzukehren.

Der Norden Malis war im Frühjahr 2012 in die Hände von Jihadisten-Gruppen gefallen. Französische Streitkräfte hatten Anfang 2013 eine Offensive gegen Islamisten und Rebellen im Norden des westafrikanischen Krisenstaats gestartet. Deren Vormarsch Richtung Süden wurde dadurch gestoppt, die Sicherheitslage blieb aber angespannt.

foa/fal/sda

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