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Knox will Prozess in Italien fernbleiben

Der Prozess im Mordfall von Perugia findet voraussichtlich ohne Hauptangeklagte statt: Nach Angaben ihres Anwalts versteht Amanda Knox nicht, «warum ein neues Verfahren notwendig ist».

«Ich möchte, dass die Wahrheit ans Licht kommt», sagte Amanda Knox dem US-Sender ABC.
«Ich möchte, dass die Wahrheit ans Licht kommt», sagte Amanda Knox dem US-Sender ABC.
Keystone
Intimes Gespräch: Amanda Knox spricht mit der TV-Journalistin Diane Sawyer.
Intimes Gespräch: Amanda Knox spricht mit der TV-Journalistin Diane Sawyer.
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Vier Jahre später wurden die beiden freigesprochen. Amanda bei einer Pressekonferenz in ihrer Heimatstadt Seattle, einen Tag nach ihrer Freilassung. (4.10.2011).
Vier Jahre später wurden die beiden freigesprochen. Amanda bei einer Pressekonferenz in ihrer Heimatstadt Seattle, einen Tag nach ihrer Freilassung. (4.10.2011).
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Der neue Prozess gegen die US-Studentin Amanda Knox, die wegen Mordes an einer britischen Mitbewohnerin zuerst verurteilt und dann freigesprochen worden war, beginnt am 30. September vor einem Schwurgericht in Florenz. Die Hauptangeklagte wird voraussichtlich nicht daran teilnehmen.

Luciano Ghirga, der italienische Rechtsanwalt der Amerikanerin sagte, dass seine Mandantin keine «Absicht habe die USA zu verlassen um Prozess in Florenz teilzunehmen». «Amanda will nicht vor dem Prozess flüchten, sie versteht aber nicht, warum ein neues Verfahren notwendig ist, sagte der Rechtsanwalt. Die Anwälte des Opfers, Meredith Kercher, sprachen von Respektlosigkeit seitens der US-Studentin.

Rekurs der Staatsanwaltschaft

Das Kassationsgericht in Rom, das höchste italienische Gericht, hatte im März den Freispruch für Knox und ihren Ex-Freund Raffaele Sollecito aufgehoben. Die Kassationsrichter hatten im März der Forderung der Staatsanwaltschaft von Perugia zugestimmt. Diese hatte Rekurs eingereicht gegen den im Oktober 2011 gefällten Freispruch der beiden Hauptangeklagten im Mord an der britischen Studentin Kercher im Jahr 2007.

Die 21-jährige Kercher war Anfang November 2007 in Perugia getötet worden. 2009 wurden Knox und Sollecito in erster Instanz schuldig gesprochen und zu 26 und 25 Jahren Haft verurteilt. 2011 wurden Knox und Sollecito in zweiter Instanz vom Vorwurf freigesprochen, Kercher getötet zu haben.

«Logische Fehler»

Das Urteil enthalte schwere logische und juristische Fehler, begründet die Staatsanwaltschaft von Perugia ihre Berufung. Der Ivorer Rudy Hermann Guede befindet sich weiterhin hinter Gitter. Er war wegen Beihilfe zum Mord und sexueller Gewalt zu 16 Jahren Haft verurteilt worden.

Guede könne nicht allein für dieses Delikt verantwortlich gemacht werden, sagte Staatsanwalt Riello. In allen Blutlachen, die am Tatort gefunden worden waren, seien auch DNA-Spuren von Knox vorhanden gewesen.

SDA/mw

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