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Kinderschänder aus Thailand in Zürich eingetroffen

Der 56-jährige Sexualstraftäter, der seine Tochter und deren Freundin jahrelang misshandelte und sich dann nach Asien absetzte, wurde ausgeliefert. St. Galler Polizisten holten ihn in Thailand ab.

Auf Schweizer Boden: Der Kinderschänder ist heute am Flughafen Zürich gelandet.
Auf Schweizer Boden: Der Kinderschänder ist heute am Flughafen Zürich gelandet.

Der Mann, der im März 2011 in der Schweiz zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt worden war, ist nach seiner Auslieferung durch Thailand am heute Morgen in Zürich eingetroffen. Er wurde den St. Galler Justizbehörden übergeben.

Kein offener Strafvollzug

Der unter Fettleibigkeit leidende IV-Rentner wurde während des Flugs von Thailand von Beamten der Kantonspolizei St. Gallen begleitet und von einer medizinischen Fachperson betreut, wie das Bundesamt für Justiz mitteilte. Immer wieder hatte der Mann auf seinen schlechten Gesundheitszustand hingewiesen und auch juristisch versucht, deswegen einen Strafaufschub zu erwirken, allerdings erfolglos. Wie Joe Keel vom Amt für Justizvollzug gegenüber Redaktion Tamedia sagte, ist sein Gesundheitszustand zufriedenstellend. «Wo er seine Strafe verbüssen muss, kommunizieren wir aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen nicht», sagte Keel. «Aber es wird in einer geschlossenen Vollzugsanstalt sein.» Gesundheitlich gehe es dem Mann so gut, dass er nicht in einem Spital betreut werden müsse. Es sei zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh, über die weitere Vollzugsplanung Auskunft zu geben. Über die Frage, ob und wann der Sexualstraftäter allenfalls in einen offenen Strafvollzug versetzt werden könne, werde erst später entschieden, so Keel.

Auslieferung im Februar bestätigt

Der Mann war am 16. Januar im Nordosten von Thailand festgenommen und nach Bangkok überführt worden. Nachdem er sich mit der Übergabe an die Schweizer Behörden einverstanden erklärt hatte, bewilligten die thailändischen Behörden Ende Februar die Auslieferung.

Mehrere Jahre lang vergewaltigte der Mann im Sarganserland seine Tochter und deren Freundin. Sie waren Kindergartenkinder, als es begann, und es hörte erst auf, als sie zehnjährig waren. 2011 verurteilte das Kantonsgericht St. Gallen den Mann zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren – wegen mehrfacher Vergewaltigung, Nötigung, Inzests und sexueller Handlung.

Doch statt die Haft anzutreten, flüchtete der stark übergewichtige Straftäter mit seiner thailändischen Ehefrau in deren Heimat – und bezog eine IV-Rente.

SDA/mcb

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