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Kampagne gegen Kindsmissbrauch in Reiseländern

Eine internationale Kampagne soll Kinder in Reiseländern vor sexuellem Missbrauch schützen. Hierfür will man beispielsweise auf Flügen und in Hotels Filmspots gegen Sextourismus zeigen.

Eine internationale Kampagne will auf Missbrauch von Kindern in Reiseländern aufmerksam machen: Ein Video, das auf Flügen oder in Hotels gezeigt werden könnte – auf der Seite des Deutschen Reiseverbands.

«Nicht wegsehen» - das ist die Kernbotschaft einer länderübergreifenden Kampagne zum Schutz von Kindern, die am heutigen Welttourismustag (27. September) in Deutschland, Österreich und der Schweiz startet. Eine internationale Kampagne soll Kinder in Reiseländern besser vor sexuellem Missbrauch schützen. «Wir erhoffen uns eine wirkungsvolle Strafverfolgung vor Ort», sagte der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, am Montag in Berlin. Zwar gebe es keine genaue Angaben zur Zahl der Touristen, die Kinder sexuell ausbeuteten, Schätzungen von bis zu 10'000 deutschen Sextouristen pro Jahr seien aber realistisch.

Nach Angaben des deutschenBundesfamilienministeriums sind jährlich rund zwei Millionen Kinder von sexueller Gewalt und Ausbeutung in Reiseländern betroffen. Die Täter vermuteten einen mangelnden Strafverfolgungsdruck in den entsprechenden Ländern, sagte Ziercke. Besonders betroffen sei Südostasien.

Filmspot auf Flügen und in Hotels

Gemeinsam mit Österreich und Deutschland will die Schweiz Reisende aus dem deutschsprachigen Raum für die Problematik sensibilisieren. Die Kampagne von Politik, Reisebranche und Nichtregierungsorganisationen beinhaltet unter anderem einen Filmspot, der beispielsweise auf Flügen und in Hotels gezeigt wird und Reisende auf das Thema aufmerksam machen soll. Zugleich sollen Tourismusfachleute geschult werden, um vor Ort reagieren zu können.

Auf der Schweizer Internet-Seite www.stop-childsextourism.ch gibt es einen vorgefertigten und standardisierten Meldebogen, damit die Daten und Vorfälle nach bestimmten Kriterien abgefragt werden können. Um schnell reagieren zu können, seien die Beamten auf Augenzeugen angewiesen.

dapd/ske

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