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Jackson soll sich Todes-Spritze selbst gesetzt haben

Ein US-Narkosespezialisten hat Michael Jacksons früheren Leibarzt, Conrad Murray, entlastet. Paul White sagte vor Gericht, dass sich der Sänger die tödliche Dosis Propofol wahrscheinlich selbst gespritzt habe.

Glaub an die Unschuld von Conrad Murray: Der US-Narkoseexperte Paul White im Gericht in Los Angeles.
Glaub an die Unschuld von Conrad Murray: Der US-Narkoseexperte Paul White im Gericht in Los Angeles.
Keystone

Beim Prozess um den Tod von Michael Jackson hat der Anästhesist Paul White die Ansicht vertreten, der Popstar habe sich die tödliche Propofol-Spritze selbst gesetzt. Auf die Frage, ob er von einer Selbst-Verabreichung des starken Medikaments «zwischen 11.30 Uhr und 12.00 Uhr» am 25. Juni 2009 ausgehe, sagte White: «Nach meiner Ansicht, ja.»

Der Anästhesist White war der letzte Zeuge im Prozess gegen Jacksons Arzt. Der Propofol-Experte war von der Verteidigung vorgeladen worden. Seine Vernehmung soll nach Angaben der «Los Angeles Times» am Montag fortgesetzt werden.

Glaubwürdige Aussage

Laut Autopsiebericht war der Sänger im Juni 2009 an einer Überdosis des Betäubungsmittels gestorben. Die Anklage geht davon aus, dass Jackson eine grosse Menge Propofol intravenös gespritzt bekommen hatte. Sie macht Conrad Murray dafür verantwortlich.

Der wegen fahrlässiger Tötung angeklagte Herzspezialist Murray hatte bei der Polizei angegeben, seinem Patienten nur eine kleine Menge des starken Mittels verabreicht zu haben. Diese Aussage bezeichnete White jetzt als glaubwürdig.

Bis zu vier Jahre Haft

Er halte es für möglich, dass sich der Sänger nach der ersten Injektion durch seinen Leibarzt in einem unbeobachteten Moment selbst eine zweite, höhere Dosis spritzte.

Der Prozess befindet sich in der fünften Woche. Nach Abschluss der Vernehmung von White könnte das Verfahren zur Urteilsfindung an die Geschworenen gehen. Es wird nicht erwartet, dass Murray selbst in den Zeugenstand tritt. Im Falle eines Schuldspruchs drohen dem 58- jährigen Mediziner bis zu vier Jahre Haft.

(SDA)

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