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Invasion der Unterländer: «Einer der schlimmsten Tage»

Über der Nebelgrenze sorgten während der Feiertage Autofahrer für grossen Ärger. Polizei und Feuerwehr hatten alle Hände voll zu tun.

Vue des Alpes: Sonne, aber kein Durchkommen Foto: Leser-Reporter 20 Minuten
Vue des Alpes: Sonne, aber kein Durchkommen Foto: Leser-Reporter 20 Minuten

Viel fehlte nicht und die beiden Männer wären aufeinander losgegangen. Eben hatte der Ausflügler bei der Anfahrtsstrasse zum Bergrestaurant Rosinli bei Adetswil sein Auto in eine Einfahrt gestellt, weil der offizielle Parkplatz besetzt war. Da stürmte der Grundbesitzer wutentbrannt aus dem Haus. «Das reicht!» Dies sei kein Parkplatz für Städter, die keinen Meter zu Fuss gehen können, wetterte der Mann. «Verschwinden Sie, oder ich rufe die Polizei!»

In Scharen sind nach dem Jahreswechsel Sonnenhungrige in die Höhe gefahren, um dem Nebel zu entfliehen. Vielerorts sorgten die Autolenker für Chaos und Ärger. Gleich mehrmals rückten die Ordnungshüter deshalb aus, beispielsweise im Zürcher Oberland, wo es beim Bachtel, dem Hörnli oder eben dem Rosinli zu wüsten Szenen kam. «Patrouillen der Kantonspolizei Zürich begaben sich in den vergangenen Tagen mehrfach an die Ausgangspunkte von diversen Ausflugszielen und stellten für falsch geparkte Fahrzeuge Ordnungsbussen aus», sagt die Kapo-Sprecherin Carmen Surber.

Mit Sicherheitsfirma gegen die Wildparkierer

Auch zur Alp Scheidegg ob Wald ZH wälzten sich Blechlawinen hoch. «Der Neujahrstag war einer der schlimmsten Tage, die ich erlebt habe», sagt Otto Schaufelberger. Der 75-Jährige passt im Auftrag der Gemeinde an solchen Tagen das Verkehrsregime auf den Zufahrtsstrassen an. Er stellt Signale auf, die anzeigen, dass die Parkplätze bei den Gipfeln voll sind, und leitet die Lenker um. Doch: «Oft beachten die Autofahrer diese Hinweise nicht», sagt er.

Gibt es nun Parkgebühren?

Blank lagen die Nerven aber nicht nur im Zürcher Oberland. Im Kanton Neuenburg blockierten etwa auf der Passhöhe Vue des Alpes die Autolenker einander gegenseitig, weil sie auf der schmalen Zufahrtsstrasse parkierten. Wie «20 Minuten» berichtet, reichten auch beim Gurnigel im Gantrischgebiet im Kanton Bern über die Festtage die rund 1000 Parkplätze nicht aus. Die Besucher stellten ihre Fahrzeuge darum einfach am Strassenrand ab. Zeitweise habe es deshalb kein Durchkommen mehr gegeben, wie Augenzeugen berichten. Um das Verkehrschaos in den Griff zu kriegen, will der für die Parkplatzbewirtschaftung zuständige Verein künftig neben Kontrolleuren auch eine Sicherheitsfirma engagieren.

Die Luzerner Polizei sah sich ihrerseits gezwungen, die kurvenreiche und enge Zufahrt von Kriens ins Eigenthal am Neujahrstag zu sperren. Denn: Dort blieben die Postautos im Verkehr stecken. Wie das Newsportal «Zentralplus» berichtet, war auch die Strasse von Küssnacht auf die Seebodenalp aufgrund des riesigen Verkehrsaufkommens zeitweise unpassierbar. Die lokale Feuerwehr rückte aus, um den Verkehr zu regeln.

Angesichts des zunehmenden Verkehrs in die Ausflugsgebiete ist für Anders Gautschi, Geschäftsführer des Verkehrs-Club der Schweiz, klar: «Die betroffenen Regionen müssen mit ÖV-Verbindungen über Alternativen zum Individualverkehr verfügen.» Ergänzend dazu müssten Parkgebühren erhoben werden, um die Verlagerung auf den öffentlichen Verkehr zu unterstützen. Nur so würden die Ausflügler aufs Auto verzichten.

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