«Ich weiss nicht, ob ich im Bielersee noch baden soll»

Radioaktive Belastung im Bielersee: Wie reagieren die Menschen in der Bilingue-Stadt? DerBund.ch/Newsnet hat am Ufer des Gewässers Stimmen eingeholt – zum Beispiel bei Martin und Cathy Riesen.

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Christian Messikommer@Messikommer

Die Bieler sind verunsichert. Der See wurde im Jahr 2000 mit dem radioaktiven Cäsium 137 belastet. Was die Bieler aufregt und nachdenklich macht, ist vor allem die Tatsache, dass man erst jetzt davon erfährt. «Dass die vom AKW Mühleberg das bis heute unter dem Deckel gehalten haben, ist eine Sauerei», sagen mehrere Personen vor Ort am See gegenüber dem Reporter von DerBund.ch/Newsnet.

Viele fühlen sich machtlos. «Wir sind zwar betroffen, erfahren es aber nur durch Zufall. Das darf doch nicht sein.» Andere haben noch grössere Bedenken: Es wäre schlimm, wenn das Ganze einfach nur verheimlicht worden wäre. Aber es mache Angst, dass man beim AKW Mühleberg davon selber nichts bemerkt habe.

Nie wieder unvoreingenommen trinken

Weil der Zwischenfall schon 13 Jahre zurückliegt, ist man weniger besorgt, als man es wäre, wenn es eben erst passiert wäre. «Es gab ja kein Fischsterben oder Ähnliches. Da kann man einfach hoffen, dass es tatsächlich nicht schädlich ist.»

Das Bieler Trinkwasser wird bei Ipsach dem See entnommen. 30 bis 40 Prozent von dem, was aus der Leitung kommt, ist Quellwasser, der grössere Teil kommt aus dem See. Ein Bieler findet es schade, dass er das Wasser nie wieder unvoreingenommen trinken könne. Ein anderer sagt, dass er keine Bedenken habe, Fische aus dem See zu essen, dass er aber froh sei, dass er vorwiegend Flaschenwasser trinke.

Etwas in der Hand gegen das AKW

Eine junge Frau bedauert, dass sie nie wieder unbefangen Hahnenwasser trinken und im Bielersee baden könne. Ein anderer freut sich, dass man jetzt wenigstens etwas gegen das AKW Mühleberg in der Hand habe. Lesen Sie alle Meinungen der von uns befragten Bielerinnen und Bieler in der Bildstrecke.

DerBund.ch/Newsnet

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