Zum Hauptinhalt springen

«Ich schäme mich»

Der Kapitän der südkoreanischen Unglücksfähre Sewol meldete sich erstmals zu Wort. Dabei werden Erinnerungen an die Havarie der Costa Concordia im Jahr 2012 wach.

Die Angehörigen der Opfer wollten sie nicht empfangen: Präsidentin Park Geun Hye (2. v.l.) zeigt aufs der Insel Jindo Meer in Richtung der gesunkenen Fähre Sewol. (16. April 2015)
Die Angehörigen der Opfer wollten sie nicht empfangen: Präsidentin Park Geun Hye (2. v.l.) zeigt aufs der Insel Jindo Meer in Richtung der gesunkenen Fähre Sewol. (16. April 2015)
Lee Jeong-ryong/Yonhap, Keystone
Wut und Trauer: Angehörige gedenken der Opfer am Ort, wo die Sewol sank. (15. April 2015)
Wut und Trauer: Angehörige gedenken der Opfer am Ort, wo die Sewol sank. (15. April 2015)
Jeon Heon-Kyun/Pool, Keystone
Das südkoreanische Passagierschiff Sewol ist gesunken. (Archivbild)
Das südkoreanische Passagierschiff Sewol ist gesunken. (Archivbild)
Keystone
1 / 35

Die Havarie der südkoreanischen Fähre Sewol weist erstaunliche Parallelen zum Unglück der Costa Concordia auf. Wie beim Unglück in Italien am 13. Januar 2012 steht nun ebenfalls der Kapitän in der Kritik. Wie Francesco Schettino ging Lee Joon-seok verfrüht von Bord, berichten südkoreanische Medien. Er scheint nicht nur die Mitschuld am Tod zahlreicher Menschen zu tragen, sondern mit Fehlentscheidungen die Situation noch verschlimmert zu haben.

Nun stellte sich Lee Joon-seok den Medien: «Ich schäme mich. Es tut mir für die Familien der Passagiere so leid», sagte der 60-Jährige. Gegenüber der Zeitung «Dong A Ilbo» sagte er: «Die Fähre ist plötzlich gesunken. Ich weiss nicht weshalb. Ich habe keinen Felsen gerammt.» Noch ist die Unglücksursache unbekannt. Der eigentliche Kapitän sei im Urlaub gewesen, teilte die Schifffahrtsgesellschaft Chonghaejin Marine mit. Der Unglückskapitän habe allerdings 30 Jahre Erfahrung gehabt.

Chancen für Rettung bei «fast null»

Die Zahl der Toten ist derweil auf mindestens neun gestiegen. Noch immer würden 287 Menschen vermisst, teilte heute die Küstenwache mit. Mit Flutlicht suchten die Boote der Marine und der Küstenwache auch die Nacht über weiter nach möglichen Überlebenden. Starke Strömung und schlechte Sicht erschwerten die Arbeiten aber erheblich.

Ein Sprecher der Küstenwache zeigte sich wenig hoffnungsvoll, noch Überlebende des schweren Unglücks zu finden. Die Chancen lägen bei «fast null», sagte er. Die Fähre war am Mittwochmorgen auf dem Weg zu der Insel Jeju gekentert und gesunken. An Bord waren insgesamt 475 Passagiere, die meisten von ihnen Schüler auf dem Weg zu einem Ausflug. Insgesamt 179 Insassen des gesunkenen Schiffes wurden gerettet.

Staatspräsidentin vor Ort

Einen Tag nach der Schiffskatastrophe vor Südkorea hat sich Staatspräsidentin Park Geun-hye an der Unglücksstelle ein Bild von der Suche nach den fast 300 Vermissten gemacht. Angesichts des kalten Wassers sei «jede Minute kritisch, falls es Überlebende gibt», sagte Park.

(SDA, AFP)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch