Zum Hauptinhalt springen

«Ich hoffe, dass endlich die Leiche meiner Frau gefunden wird»

Maria Tricarichi und Russel Rebello waren zuletzt auf der Brücke 4 der Costa Concordia gesehen worden. Im Wrack des Schiffes haben Taucher nun mit der Suchen nach den Leichen der beiden begonnen.

Teilweise ist die Costa Concordia nur schwer zugänglich: Das Boot von Einsatzkräften vor dem Wrack des Kreuzfahrtschiffes.
Teilweise ist die Costa Concordia nur schwer zugänglich: Das Boot von Einsatzkräften vor dem Wrack des Kreuzfahrtschiffes.
Reuters

Spezialtaucher haben mit der Suche nach zwei noch immer vermissten Opfern des Costa-Concordia-Unglücks begonnen. Das Team, das die Aufrichtung des Kreuzfahrtschiffs vor der italienischen Insel Giglio vergangene Woche verantwortet hatte, habe das Wrack als sicher befunden und grünes Licht für die Suche nach den Leichen gegeben, sagte eine Sprecherin des Zivilschutzes. Fernsehbilder zeigten Taucher der Küstenwache und andere Einsatzkräfte bei der Arbeit. Sie sollten das Wrack zunächst auf mögliche Risiken untersuchen.

Bei den im Schiff vermuteten Leichen handelt es sich um die italienische Passagierin Maria Grazia Tricarichi und den indischen Schiffskellner Russel Rebello. Die Suche konzentrierte sich auf Brücke 4, wo die Vermissten vor der Havarie des Kreuzfahrtschiffs am 20. Januar 2012 zuletzt gesehen worden waren.

«Ich hoffe, dass endlich die Leiche meiner Frau gefunden wird, damit ich besser verstehen kann, was ihr in dieser Nacht passiert ist», sagte Elio Vincenzi, Ehemann der 50-jährigen vermissten Passagierin. Er wolle sie auf Sizilien neben ihrer Mutter beerdigen, wie sie es sich gewünscht habe.

Noch immer schwer zugängliche Bereiche

Durch die in einer spektakulären Aktion gelungene Aufrichtung des Wracks, das zuvor auf der Seite gelegen hatte, haben sich neue Möglichkeiten für die Suche nach den Leichen eröffnet. So befinden sich Gänge, die zuvor wie tiefe Schluchten wirkten, nun wieder in der Horizontalen, wie Zivilschutzchef Franco Gabrielli zuvor gesagt hatte. Es werde aber weiterhin schwer zugängliche Bereiche in dem Wrack geben.

Mit 4229 Menschen an Bord war die Costa Concordia bei einem riskanten Manöver auf einen Felsen aufgefahren und anschliessend gekentert. Bei dem Unglück starben 32 Menschen, darunter zwölf Deutsche.

Prozess gegen Schettino geht weiter

In Grosseto wurde der Prozess gegen den Schiffskapitän Francesco Schettino fortgesetzt, dem mehrfache fahrlässiger Tötung, Verursachung von Umweltschäden und Verlassen eines Schiffes in Seenot zur Last gelegt werden. Der Angeklagte macht den indonesischen Steuermann für das Unglück verantwortlich. Seine Verteidiger hatten am Montag eine neue Untersuchung des Wracks auf mögliche technische Probleme gefordert.

AFP/kpn

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch