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Homosexuelle dürfen in den USA Pfadi-Leiter werden

Die Boy Scouts in den USA machen einen viel beachteten Schritt in Richtung Öffnung: Schwule und Lesben können Gruppenführer werden – mit Ausnahmen.

Hartnäckige Gegner besiegt: Ein Pfadfinder trägt in San Francisco eine Gay-Flagge. (Archivbild)
Hartnäckige Gegner besiegt: Ein Pfadfinder trägt in San Francisco eine Gay-Flagge. (Archivbild)
Noah Berger, Reuters

Die US-Pfadfinder schliessen homosexuelle Erwachsene nicht länger von Leitungsfunktionen aus. Am Montag billigte der nationale Aufsichtsrat der Jugendorganisation mit 45 zu 12 Stimmen eine sofortige Aufhebung des Verbots. «Viel zu lange hat diese Sache uns gespalten und abgelenkt», erklärte Pfadfinderpräsident Robert Gates, der früher Verteidigungsminister der USA war.

«Jetzt ist es an der Zeit, dass wir uns hinter unseren gemeinsamen Glauben stellen, dass dem Pfadfindertum eine aussergewöhnliche, positive Kraft innewohnt», sagte Gates. Von Kirchen gesponserte Pfadfindergruppen dürfen schwule Männer aus religiösen Gründen allerdings weiter von Leitungsaufgaben ausschliessen.

Nach einer hitzigen Debatte hatte die Organisation bereits 2013 offen schwul lebende Jugendliche als Pfadfinder zugelassen, jedoch nicht homosexuelle Erwachsene als Führer. Ende Mai liess Gates bei einem nationalen Pfadfindertreffen dann durchblicken, dass sich das seit langem bestehende Verbot nicht länger halten liesse. So müsste die Organisation mit juristischen Klagen rechnen, die sie wahrscheinlich verlieren würde, sagte er. Anfang Juni gab das Exekutivkomitee der Pfadfinder grünes Licht für eine Rekrutierung erwachsener Leiter unabhängig ihrer sexuellen Orientierung.

An der neuen Linie regte sich allerdings Kritik vonseiten religiöser Gruppen. Die mormonische Kirche, die mehr Pfadfinderverbände als jede andere Organisation in den USA fördert, zeigte sich «zutiefst beunruhigt» über die jüngste Entscheidung. Kirchenvertreter deuteten an, als Ersatz für die Pfadfinder die Bildung eines eigenen Verbands ins Auge fassen zu wollen.

Regeln bestätigen die Ausnahme

Die Human Rights Campaign HRC, die sich für die Rechte von Schwulen, Lesben und Transsexuellen einsetzt, kritisierte hingegen, dass die von Kirchen unterstützten Pfadfinderverbände weiterhin Schwule von Leitungsausgaben ausschliessen dürfen. «Diskriminierung sollte keinen Platz bei den Pfadfindern haben, Punkt», erklärte HRC-Präsident Chad Griffin.

Auch der neue Beschluss lässt Ausnahmen zu: Untergruppen könnten selbst entscheiden, ob sie die Regeln für freiwillige Teamleiter anwenden, berichteten Medien. Damit kommt der Jugendverband konservativ-kirchlichen Gruppen entgegen, die die offene Haltung ablehnen, aber viel Geld geben. Erste kündigten an, ihr Engagement zu prüfen.

AP/sda/chk

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