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Halb Manila steht unter Wasser

Auf den Philippinen sind 850'000 Menschen auf der Flucht vor Überschwemmungen. Es fehlt an Freiwilligen für die Verteilung von Hilfsgütern. Auch China und Mexiko müssen heftige Stürmen aushalten.

Sie holen, was nach der Flut noch übrig ist: Männer transportieren die Überreste ihres Hausrates durch die Strassen von Manila. (11. August 2012)
Sie holen, was nach der Flut noch übrig ist: Männer transportieren die Überreste ihres Hausrates durch die Strassen von Manila. (11. August 2012)
Keystone
Langsam fliesst das Wasser ab: Ein Junge geht über einen gefluteten Friedhof am Rande von Manila. (12. August 2012)
Langsam fliesst das Wasser ab: Ein Junge geht über einen gefluteten Friedhof am Rande von Manila. (12. August 2012)
AFP
Auf Vaters Rücken: Ein Helfer kümmert sich um einen Mann und dessen Tochter. (7. August 2012)
Auf Vaters Rücken: Ein Helfer kümmert sich um einen Mann und dessen Tochter. (7. August 2012)
AFP
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Angesichts des fortdauernden Monsun-Regens ist auf den Philippinen kein baldiges Ende der Überschwemmungen in Sicht. Mehr als die Hälfte der Fläche der Hauptstadt Manila steht nach Behördenangaben unter Wasser. In der gesamten Region waren mehr als eine Million Menschen von den Überschwemmungen betroffen. Nach offiziellen Angaben kamen bisher mindestens 20 Menschen durch das Unwetter ums Leben.

«In einigen Gebieten sind die Strassen wie Flüsse», sagte der Leiter des philippinischen Zivilschutzes, Benito Ramos, nach einem Rundflug über Manila. Die Menschen müssten Boote benutzen. Nach Angaben des Wetterdienstes fielen binnen 48 Stunden mehr als 70 Zentimeter Regen – so viel, wie in einem durchschnittlichen August im ganzen Monat. Für die Nacht wird mit weiterem Niederschlag gerechnet.

Bevölkerung soll trotzdem arbeiten gehen

In Manila und Umgebung waren nach Angaben des Katastrophenschutzes insgesamt 1,23 Millionen Menschen von den Überschwemmungen betroffen. Rund 850'000 Bewohner flohen demnach aus ihren Häusern. Von ihnen wurden 250'000 in Schulen, Turnhallen und anderen Gebäuden untergebracht, die anderen fanden Zuflucht bei Freunden oder Verwandten.

Trotz der chaotischen Zustände ordneten die Behörden an, dass die Beamten und Angestellten an ihre Arbeitsplätze zurückkehren sollten. Am Dienstag waren die Büros geschlossen geblieben.

Bei einer vom Fernsehen übertragenen Krisensitzung sagte ein Beamter von Präsident Benigno Aquino, das grösste Problem bei den Rettungsarbeiten sei der Mangel an Freiwilligen, die bei der Verteilung von Lebensmitteln, Wasser und Notfall-Ausrüstung helfen könnten.

Arme und Reiche betroffen

Vor allem die Armenviertel der 15-Millionen-Einwohner-Stadt Manila waren von den Überschwemmungen betroffen. Millionen Menschen haben ihre Behausungen entlang von Flüssen oder Kanälen errichtet oder am sumpfigen Ufer eines grossen Sees. Aber auch Nobelgegenden wurden überschwemmt, etwa das an einem Fluss gelegene umzäunte Viertel Provident, in dem die Erdgeschosse der rund 2000 Wohnhäuser unter Wasser standen. Rettungskräfte fuhren mit Schlauchbooten zwischen im Wasser stehenden Luxusautos umher und holten Bewohner von Hausdächern, für viele der letzte Zufluchtsort.

Im Slum Santo Domingo berichtete die Bewohnerin Anita Alterano, sie und ihre Familie hätten auf einem Hausdach vergeblich auf Hilfe gewartet. «Wir haben uns dann mit einem Seil aneinander gebunden und sind von Dach zu Dach gestiegen, bis wir eine Schule erreichten», sagte die dreifache Mutter. Dort gebe es aber weder Wasser noch Nahrung. Die Philippinen erleben jedes Jahr etwa 20 heftige Stürme oder Taifune. Die aktuellen Überschwemmungen in Manila sind die schwersten seit 2009, als 460 Einwohner durch den Taifun «Ketsana» ums Leben kamen.

Mexiko rüstet sich für Hurrikan

Mit Windgeschwindigkeiten von 140 Kilometern pro Stunde ist der Hurrikan Ernesto auf die mexikanische Halbinsel Yucatán zugerast. Aus Hotelanlagen an der Karibikküste wurden mehr als 1300 Touristen nach Chetumal an der Grenze zu Belize in Sicherheit gebracht. Zwei Kreuzfahrtschiffe, die an der Riviera Maya anlegen sollten, verschoben ihre Ankunft.

In der Stadt Tulúm wurden 6000 Touristen in Hotels untergebracht, die nach Auskunft der Behörden stabil genug gebaut waren, um als Schutzunterkünfte zu dienen. Soldaten und Polizisten brachten alle 600 Bewohner des Fischerdorfs Punta Allen in Sicherheit und richteten Notunterkünfte ein. Die Evakuierung weiterer tiefer gelegener Siedlungen an der Küste sei vorbereitet worden, sagte ein Mitarbeiter des Zivilschutzes im Staat Quintana Roo.

Das Zentrum des Hurrikans wurde südlich der Urlaubsgebiete von Cancún und der Riviera Maya erwartet. Bereits am Nachmittag fiel der erste heftige Regen, einige Strassen standen unter Wasser. Meteorologen erwarteten, dass «Ernesto» innerhalb von 24 Stunden über die Halbinsel hinwegziehen und dann den Golf von Mexiko mit seinen zahlreichen Ölbohrinseln erreichen wird.

Haikui trifft Ostchina

Der Taifun Haikui hat mit voller Wucht die ostchinesische Provinz Zhejiang erfasst. Der Wirbelsturm traf nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua mit Spitzengeschwindigkeiten von 150 Kilometern pro Stunde im Bezirk Xiangshan auf Land und löste Überschwemmungen aus. Aus der Millionenstadt Shanghai waren zuvor 200'000 Menschen in Sicherheit gebracht worden.

Alle Gruppenaktivitäten im Freien wurden bis auf weiteres untersagt, die städtischen Parks geschlossen, und die Arbeit auf Baustellen wurde eingestellt. In Zhejiang wurden Xinhua zufolge 130'000 Menschen in Sicherheit gebracht. Mehr als 30'000 Schiffe wurden in die Häfen zurückgerufen. Haikui ist der dritte Taifun innerhalb weniger als einer Woche, der China trifft. Die beiden vorherigen kosteten durch Überschwemmungen und Erdrutsche 23 Menschen das Leben, neun werden noch vermisst.

SDA/ses

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