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Grösster Elfenbein-Verkauf seit 20 Jahren

Im südlichen Afrika sollen in den nächsten Tagen 108 Tonnen Elfenbein versteigert werden. Kaufen dürfen nur Japaner und Chinesen.

Möglich wurde der Handel durch eine Ausnahmegenehmigung der Artenschutzkonferenz CITES. 1989 war weltweit der Handel mit Elfenbein verboten worden. Das «weisse Gold» aus staatlichen Lagern wird in Namibia, Botswana, Simbabwe und Südafrika verkauft. Die erste Auktion sollte es am Dienstag in Namibias Hauptstadt Windhuk geben, wo nach Angaben der Behörden bei einer geschlossenen Veranstaltung 9,2 Tonnen Elfenbein angeboten werden sollten.

Als Bieter dürfen nur Interessenten aus Japan und China auftreten. Japan hat nach Kontrollen von CITES schon seit langem die Lizenz für die Einfuhr von Elfenbein, China ist neu dabei. Nach der Namibia-Auktion folgen drei weitere: am 31. Oktober in Botswana, am 3. November in Simbabwe und am 6. November in Südafrika.

Vorräte zu Geld machen

Die Delegierten der 171 CITES-Vertragsstaaten hatten beschlossen, dass die vier Länder ihre Elfenbeinvorräte wegen der sich erholenden Elefantenbestände zu Geld machen dürfen. Der Handel mit den Stosszähnen bleibt mit Ausnahme dieses einmaligen Sonderverkaufs verboten.

In vielen anderen Staaten Afrikas sind Elefanten weiter bedroht, so in West- und Ostafrika. Dort werden die beschlagnahmten Stosszähne der Jumbos stets verbrannt.

Wilderei nimmt wieder zu

Naturschützer fürchten, dass der legale Elfenbeinhandel auch die Wilderei fördert. Im Norden von Südafrikas Nachbarstaat Mosambik etwa hat sie die Bestände nach einer Zählung der Naturparkbehörde in den vergangenen zwei Jahren um mehr als 2000 Tiere schwinden lassen.

«Es gibt grosse Besorgnis wegen Chinas Auftritt als Handelspartner. Der chinesische Markt hat das Potenzial, um weitaus grössere Mengen Elfenbein zu absorbieren, als zum Verkauf stehen - Wo wird das herkommen», fragt Jason Bell-Leask vom Internationalen Tierschutzfonds (IFAW).

Krise in Simbabwe

Vor allem die Situation in Simbabwe gibt zu Denken: Vor dem Hintergrund einer Hungersnot mehren sich dort die Berichte über Wilderei.

«Obwohl Simbabwe behauptet, die Elefantenpopulation umfasse 100 000 Tiere und die Regierung Elefanten-Abschüsse im grossen Stil genehmigt, sind die offiziellen Elfenbeinvorräte mit 3,7 Tonnen erstaunlich klein. Aus den staatlichen Lagern Simbabwes sind mehrere Tonnen Elfenbein verschwunden, unter anderem in den Schwarzmarkt nach China», erklärt Pro Wildlife.

«Ein fatales Signal»

Für die Organisation sind die Auktionen «ein fatales Signal». Zu befürchten sei, dass die Öffnung des Marktes etwa Südafrika einen Anreiz biete, die erst im Mai wieder erlaubten Abschüsse überzähliger Elefanten in grösserem Umfang als bisher durchzuführen. Sie waren 1995 nach weltweiten Protesten eingestellt worden.

SDA/cpm

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