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Giftwolke legt sich über russische Stadt

Nach einem Chemieunfall mit giftigem Brom im russischen Tscheljabinsk klagten rund 140 Menschen über Übelkeit. 38 Menschen mussten ins Spital eingeliefert werden. Mittlerweile wurde Entwarnung gegeben.

Eine dichte Wolke breitet sich aus: Industriestadt Tscheljabinsk.
Eine dichte Wolke breitet sich aus: Industriestadt Tscheljabinsk.
Ministry of Emergency Measures of Russia

Geplatzte Glasbehälter mit giftigem Brom haben in Russland zu einem folgenreichen Chemieunglück geführt. Mehr als 140 Menschen klagten in der Industriestadt Tscheljabinsk am Ural wegen einer riesigen Wolke aus gelb-braunen Bromdämpfen über Augen- und Schleimhautreizungen sowie Atemnot.

Ärzte waren am Donnerstag zeitweilig im Dauereinsatz, nachdem sich am Bahnhof der Stadt aus einem Zugwaggon die Bromdämpfe ausbreiteten. Russlands oberster Amtsarzt Gennadi Onischtschenko sprach nach Angaben der Agentur Interfax von einer Notfallsituation.

Entwarnung am Nachmittag

Mehr als 140 Menschen hätten sich mit Atembeschwerden, Reizungen der Augen und Schleimhäute an Notfalldienste gewandt, sagte ein Mitarbeiter des Zivilschutzes. 38 Menschen mussten laut Agenturberichten ins Spital. Brom kann beim Menschen zu Organschäden sowie Schädigungen des Nervensystems führen.

Das Brom befand sich in flüssiger Form in Glasbehältern mit je fünf Litern in dem Güterwaggon. Vermutlich zerbarsten die Gläser bei Rangierarbeiten wegen unsachgemässer Lagerung. 40 bis 50 Liter seien ausgeflossen. Erst Stunden nach dem Zwischenfall gaben die Behörden am Nachmittag Entwarnung.

Kindergärten evakuiert

Es bestehe keine Lebensgefahr, die Lage sei unter Kontrolle, der Ausfluss von Brom gestoppt, hiess es in einer offiziellen Mitteilung. Allerdings dauerten die Untersuchungen der Umwelt an. Die beissenden und gesundheitsschädlichen Bromdämpfe entwickelten sich bei der Berührung mit Luft, hiess es.

Von den insgesamt mehr als 2000 Gläsern zerbarsten nach Schätzungen lediglich acht bis zehn, wie die Staatsagentur Ria Nowosti schrieb. Auf Bildern im Internet war zu sehen, wie sich die dichte Wolke ausbreitete. Bewohner schrieben in Blogs von ihren Ängsten um ihre Gesundheit.

In dem Gebiet waren am Morgen Kindergärten evakuiert worden. Zum offiziellen Schulanfang mussten Feiern im Freien abgesagt werden, hiess es. Das Brom sollte nach offiziellen Angaben an einen chemischen Betrieb in die sibirische Altai-Region geliefert werden.

SDA/bru

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