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Gegen die Hundehalterin wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt

Ein dreijähriges Mädchen ist in Deutschland beim Besuch ihrer Tante von vier Kampfhunden totgebissen worden. Nun fordern Politiker Konsequenzen.

Wie die Polizei einen Tag nach dem dramatischen Zwischenfall am Samstag berichtete, wird gegen die 44 Jahre alte, selbst unter Schock stehende Hundehalterin jetzt wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Das Mädchen hatte am Freitagnachmittag gegen 17.30 Uhr mit seiner 70-jährigen Urgrossmutter ihre Tante in deren Haus in Oldisleben-Sachsenburg im Kyffhäuserkreis besucht, wie die Polizei in Nordhausen mitteilte. Die Hunde, sogenannte Staffordshire-Mixbull-Terrier, waren zu der Zeit auf dem Grundstück in der Nähe der Tante, liefen ins Haus und stürzten sich auf das Kind. Die Urgrossmutter kam dem kleinen Mädchen zu Hilfe, wurde ebenfalls gebissen und dabei schwer verletzt.

Erst die inzwischen selbst ins Haus gelaufene Tante und Hundehalterin brachte die Tiere schliesslich dazu, wieder in ihren Zwinger zu laufen. Das von ihr alarmierte Rettungsteam konnte aber nur noch den Tod des Kindes feststellen. Die Tante erlitt einen Schock und konnte zunächst nicht vernommen werden.

Politik wird aktiv

Die Urgrossmutter des Mädchens kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Die Hunde wurden mit der Zustimmung der Halterin eingeschläfert. Zuvor waren sie noch nicht auffällig geworden, wie Polizeisprecher Reiner Stranz am Samstag auf DAPD-Anfrage sagte. Das Mädchen sei auch nicht das erste Mal zu Besuch im Haus der Tante gewesen. Weitere Erkenntnisse wollte die Polizei am Nachmittag auf einer Pressekonferenz bekanntgeben.

Nach der tödlichen Beissattacke der vier Kampfhunde wurden am Samstag erste Rufe nach politischen Konsequenzen laut. Der innenpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Wolfgang Fiedler, sagte im Sender MDR 1 Radio Thüringen, es bestehe dringender Handlungsbedarf. Es sei «ein Versäumnis der Vergangenheit», dass in Thüringen nicht festgelegt sei, welche Rassen wie zu halten seien.

Liste erarbeiten

Auch der SPD-Innenpolitiker Heiko Gentzel erklärte, die bisherige Praxis in Thüringen müsse überdacht werden. Er werde sich dafür einsetzen, dass eine Liste der gefährlichen Hunde erarbeitet werde, für die besondere Regeln gelten. Beide Politiker forderten zudem, die Hundehalter mehr in die Pflicht zu nehmen.

ddp/sam

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