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Gefangen auf der Jungfrau

Zwei niederländische Bergsteiger wollten den 4158 Meter hohen Gipfel erklimmen. Doch beim Aufstieg verirrten sie sich im schlechten Wetter. 48 Stunden lang waren sie im Schnee blockiert.

In diesem Bergschrund (roter Kreis) unterhalb des Jungfraugipfels fanden die beiden holländischen Bergsteiger William und Robert Schutz vor den schlechten Wetterverhältnissen. Dort mussten sie zwei Tage ausharren, bevor sie aus ihrem Schneeversteck gerettet werden konnten.
In diesem Bergschrund (roter Kreis) unterhalb des Jungfraugipfels fanden die beiden holländischen Bergsteiger William und Robert Schutz vor den schlechten Wetterverhältnissen. Dort mussten sie zwei Tage ausharren, bevor sie aus ihrem Schneeversteck gerettet werden konnten.
zvg

Die zwei Holländer starteten am vergangenen Mittwoch bei der Rottalhütte, um die Jungfrau über den Rottalgrat zu besteigen. Doch, wie erst gestern bekannt wurde, sollten sie ihr Ziel nicht erreichen. «Im Verlauf des Aufstiegs verschlechterte sich nämlich das Wetter zunehmend und verzögerte den Weiteraufstieg», heisst es in einer Mitteilung der SAC-Rettungsstation Lauterbrunnen. «Kurz unterhalb des Gipfels verloren die beiden im dortigen Nebel zudem die Orientierung. Aufgrund dieser Situation entschlossen sie sich gegen 15.15 Uhr, mit dem mitgeführten Handy Hilfe anzufordern», so die SAC-Mitteilung.

«Nach dem Alarmeingang bei der Rettungsstation Lauterbrunnen war zuerst nicht ganz klar, wo sich die blockierten Bergsteiger befanden, da sie wegen ihres Orientierungsverlusts keine genauen Angaben über ihren Standort machen konnten», berichten die Retter. Da sich das Wetter laufend verschlechterte und auf dieser Höhe auch Schneefall einsetzte, wurden die beiden Holländer angewiesen, sich ruhig zu verhalten und vor Ort zu bleiben. Die Bergsteiger fanden in einem Bergschrund in der Nähe Schutz vor dem Unwetter.

Verirrte mussten ausharren

In Zusammenarbeit mit den Air-Glaciers versuchten die Lauterbrunner SAC-Mitarbeiter aus verschiedenen Richtungen, an die Blockierten heranzukommen, um Bergführer abzusetzen. Dies sei aber wegen der schlechten Wetterlage mit Schneefall nicht möglich gewesen, so der SAC. Die Bergungsaktionen mussten ergebnislos abgebrochen werden.

In der Zwischenzeit hatte es bis Donnerstagmorgen in den hiesigen Bergen 50 bis 60 Zentimeter Neuschnee gegeben. «Dadurch stieg die örtliche Lawinengefahr enorm, sodass eine mögliche terrestrische Bergung ausgeschlossen werden musste», berichten die Rettungskräfte. Weil auch weiterhin aus Meteogründen eine Luftrettung nicht möglich war, mussten die Bergsteiger an der Stelle ausharren, an der sie blockiert waren.

Gerettete bedankten sich

Am Freitagmittag gelang es dann aber einem Helikopter der Air-Glaciers und Bergführern der Rettungsstation, den Jungfraugipfel anzufliegen und die blockierten Bergsteiger aus ihrer misslichen Lage zu bergen. Da aufgrund des Wetters ein Rückflug mit den Geborgenen nach Lauterbrunnen nicht mehr möglich war, wurde ein Helikopter der Air Zermatt angefordert, der die «doch etwas unterkühlten Bergsteiger» zur Kontrolle in das Spital Visp transportierte.

Während der Dauer ihres unfreiwilligen Aufenthaltes in einem Bergschrund des Jungfraugipfels hatten die Retter periodisch telefonischen Kontakt mit den Blockierten. «Auf diese Weise konnten entsprechende Verhaltensanweisungen durchgegeben werden», so der SAC. Zudem erhielten die Retter so wichtige Informationen über den aktuellen Gesundheitszustand der beiden Bergsteiger. Glücklich über den guten Ausgang ihres Abenteuers, liessen es sich die beiden Holländer nicht nehmen, am Samstag, einen Tag nach ihrer Rettung, bei den Air-Glaciers in Lauterbrunnen zu erscheinen, um sich bei den Rettern nochmals zu bedanken.

BO/pd

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