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Französischer Staranwalt Metzner ist tot

Er verteidigte Panamas Ex-Diktator Manuel Noriega, den Spekulanten Jérôme Kerviel und Sänger Bertrand Cantat. Nun wurde der Anwalt Olivier Metzner tot in der Nähe seiner Privatinsel aufgefunden.

Wuchs in einfachen Verhältnissen auf: Olivier Metzner spricht 2010 zu den Medien.
Wuchs in einfachen Verhältnissen auf: Olivier Metzner spricht 2010 zu den Medien.
Keystone

Der französische Staranwalt Olivier Metzner hat sich offenbar das Leben genommen. Die Leiche des 63-jährigen Strafverteidigers wurde nach Polizeiangaben am Sonntag gefunden. Aus Ermittlungskreisen verlautete, es sei ein Abschiedsbrief gefunden worden. Die Leiche habe in der Nähe von Metzners Privatinsel im Golf von Morbihan in der Bretagne getrieben.

In den vergangenen Jahren war Metzner an einer Reihe aufsehenerregender Prozesse beteiligt. Er verteidigte unter anderem den Börsenspekulanten Jérôme Kerviel, den Sänger Bertrand Cantat, der 2003 seine Lebensgefährtin – die Schauspielerin Marie Trintignant – erschlagen hatte, sowie Panamas Ex-Diktator Manuel Noriega.

Der Mann für schwierige Fälle

Im Fall Clearstream, einer weitverzweigten Verleumdungsaffäre, beriet Metzner den früheren französischen Premierminister Dominique de Villepin. Zudem vertrat er die Tochter der L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt, Françoise Bettencourt-Meyers, im Streit um die Vermögensverwaltung.

Auch Grosskonzerne nahmen Metzners Dienste in schwierigen Fällen in Anspruch. So vertrat er die US-Fluggesellschaft im Verfahren um das Concorde-Unglück im Juli 2000, bei dem 113 Menschen ums Leben gekommen waren. Noch vor einem Monat hatte der Jurist in einem Prozess in Paris die Schweizer Ölfirma Vitol im Zusammenhang mit Unterschlagungen beim UNO-Programm für den Irak «Öl gegen Lebensmittel» vertreten.

Metzner, der in einfachen Verhältnissen aufgewachsen war, hatte 2010 die Insel Boëdic im Golf von Morbihan erworben. Ende 2012 bot er sie zum Verkauf an. «Ich habe ein anderes Projekt, das mich mehr interessiert, ich bin ein Mann der Projekte», sagte er damals der Nachrichtenagentur AFP.

SDA/kpn

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