Im Süden fiel über ein Meter Neuschnee

Der Niederschlag auf der Alpensüdseite lässt zwar nach, die erhöhte Lawinengefahr aber bleibt. Am Samstag hatte ein Föhnsturm etliche Polizeieinsätze ausgelöst.

Wegen des Sturms und zugleich starker Schneefälle herrscht im südlichen Wallis, im Nordtessin sowie in der Gotthard-Region grosse Lawinengefahr. (Video: Leserreporter)

Wie «SRF Meteo» schreibt, ist südlich der Alpen über ein Meter Neuschnee gefallen. In gewissen Regionen liegen nun deutlich über zwei Meter Schnee. Die Vorhersagen für den Sonntag: Während im Süden der Niederschlag allmählich nachlässt, gibt es ihm Norden eine Mischung aus Wolken, Nebel und etwas Sonne.

Grosse Lawinengefahr

Wegen des Sturms und zugleich starker Schneefälle herrscht im südlichen Wallis, im Nordtessin sowie in der Gotthard-Region grosse Lawinengefahr. Es gilt die Gefahren-Stufe 4 von 5, wie das WSL-Institut für Schnee und Lawinenforschung (SLF) mitteilte. Neben den hohen Windstärken gab es in den Föhntälern in der Nacht auch milde Temperaturen. Im Glarnerland war es kurz nach 4 Uhr teils über 17 Grad warm. Auch auf dem Uetliberg ZH oder der Lägern AG war es rund zehn Grad wärmer als im Tal.

Normalerweise ist die Temperatur in der Höhe tiefer als in Bodennähe. Dreht sich die Temperaturverteilung um, sprechen die Meteorologen von einer sogenannten Inversion. Diese ist typisch für Nebelwetter. Dabei liegt am Boden die schwere kalte Luft. Weil die warme, trockene Luft zu leicht ist, kann sie sich nicht unter die kalte Nebelluft mischen.

Demolierte Boote

Starker Föhnsturm hat am Samstagvormittag im Kanton Zug für etliche Polizeieinsätze gesorgt. Herumgewirbelt wurden Reklametafeln, Ziegelsteine und eine mobile WC-Anlage, wie die Polizei mitteilte. Beim Strandbad Cham lösten sich zwei Motor- und ein Segelboot von den Bojen und prallten gegen die Ufermauer.

Videoaufnahmen vom Lungernsee und dem Vierwaldstättersee bei Brunnen zeigen, wie heftig der Sturm wütete. Video: Leserreporter 20 Minuten

Ein Sportruderboot geriet zudem vor dem Hafen von Zug in Not, was den Seerettungsdienst zum Einsatz brachte. Die vier Sportler konnten sich allerdings mitsamt dem Boot selbst ans Ufer retten.

Beim Strandbad Cham haben sich zwei Motor- sowie ein Segelboot von den Bojen losgerissen und sind gegen die Ufermauer und Steine geprallt. (Leserreporter Tamedia)

Schon in der Nacht auf Samstag hatte sich ein heftiger Föhnsturm in der Schweiz bemerkbar gemacht. Nicht nur in den Bergen, sondern auch in Alpentälern wurden dabei Orkanböen gemessen. Zudem herrschten in den Föhntälern teils milde Temperaturen.

Auf dem Gütsch ob Andermatt UR erreichten die Böen Spitzen von 147 Kilometern pro Stunde, wie SRF Meteo am Samstagmorgen mitteilte. Aber auch in tieferen Lagen blies es zünftig. In Les Diablerets VD erreichten die Böen Tempo 134 und in Meiringen BE 126.

red/sda

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