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Flugzeug mit Soldaten und Angehörigen abgestürzt

Über 250 Menschen sind beim Absturz einer Militärmaschine in Algerien ums Leben gekommen. Zum Unglück kam es kurz nach dem Start.

TV-Bilder zeigen Rettungsfahrzeuge um die abgestürzte Maschine. Die Maschine schlug rund 30 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Algier in einer Landwirtschaftszone auf. (Video: Reuters)

Beim schlimmsten Flugunglück in Algerien sind nach Angaben des Staatsfernsehens am Mittwoch mindestens 257 Menschen ums Leben gekommen. Ein Miliärflugzeug sei kurz nach dem Start in ein Feld in der Nähe der Hauptstadt Algier gestürzt, erklärte das Verteidigungsministerium. Bei den Opfern handle es sich vor allem um Militärpersonal.

Unter den Toten seien auch zehn Besatzungsmitglieder sowie Familienangehörige. Einige Überlebende würden in einem Militärspital behandelt. Auf Fernsehbildern waren Rettungskräfte nahe des brennenden Wracks unweit des Flughafens Boufarik zu sehen. Neben der Maschine des Typs Iljuschin waren Leichensäcke aufgereiht.

Unter den Opfern seien auch 26 Mitglieder der in der Westsahara aktiven Unabhängigkeitsbewegung Polisario, erklärte der Generalsekretär der algerischen Regierungspartei FLN, General Djamel.

Pilot verhindert noch grössere Katastrophe

Der Generalsstabschef der algerischen Armee, Ahmed Gaid Salah, sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Ein Komitee solle die Untersuchungen zum Absturz leiten, sagte er, nachdem er die Absturzstelle besichtigt hatte. Der algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika ordnete eine dreitägige Staatstrauer an, wie die staatliche Nachrichtenagentur APS berichtete.

Beim Flugzeug handelt es sich um eine Iljuschin 76, ein Transportflugzeug, das in der Sowjetunion entwickelt wurde. (Bild: Ramzi Boudina, Reuters)
Beim Flugzeug handelt es sich um eine Iljuschin 76, ein Transportflugzeug, das in der Sowjetunion entwickelt wurde. (Bild: Ramzi Boudina, Reuters)

Der Pilot, der ebenfalls bei dem Absturz ums Leben kam, verhinderte offenbar eine noch grössere Katastrophe. Ein Augenzeuge sagte dem Sender Ennahar: «Ich sah, dass der rechte Flügel des Flugzeugs kurz nach dem Start in niedriger Höhe Feuer fing.» Das Flugzeug sei kurz davor gewesen, einen bevölkerungsreichen Bezirk in der Nähe oder eine Autobahn zu überfliegen. «Der Kapitän machte ein erfolgreiches Manöver, indem er das Flugzeug in Richtung eines Feldes wendete, auf das es dann stürzte», sagte der Augenzeuge.

Auf dem Weg in Westen des Landes

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums war die Maschine auf dem Weg nach Tindouf im Westen des nordafrikanischen Landes. Dort befinden sich mehrere Flüchtlingslager. Die West-Sahara wird auch von Marokko beansprucht. Algerien unterstützt den Unabhängigkeitskampf der Polisario-Miliz.

Bei dem abgestürzten Flugzeug handelt es sich um eine Iljuschin IL-76, eine viermotorige Maschine aus sowjetischer, später russischer Produktion. Laut Herstellerangaben können diese Flugzeuge je nach ziviler oder militärischer Version zwischen 126 und 225 Passagiere transportieren.

Im Februar 2014 war ein algerisches Militärflugzeug im Osten des Landes abgestürzt, dabei starben 77 Menschen. Einige Monate später stürzte ein Air Algerie Flug mit 116 Passagieren im nördlichen Mali ab.

Die frühere französische Kolonie Algerien ist der grösste Flächenstaat in Afrika. Mit knapp 2,4 Millionen Quadratkilometern ist er fast siebenmal so gross wie Deutschland. Die etwa 40 Millionen Einwohner des islamischen Wüstenstaates in Nordafrika sind überwiegend Araber.

SDA/chk

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