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First Lady ohne Kopftuch in Riad und die ominöse Zensur

Verschwommen erscheint das Bild von Michelle Obama in einem Youtube-Video, das die First Lady in Saudiarabien zeigt. «Nicht echt», heisst es nun – zu reden gibt vielmehr eine Aktion des neuen saudischen Königs.

Gemäss einer aktuellen Studie der Universität Michigan halten 97 Prozent der Saudiaraber eine Frau für unangemessen gekleidet, wenn sie nicht verschleiert ist. Ob Michelle Obama diese Studie kennt, ist nicht bekannt. Auf jeden Fall verzichtete sie bei ihrem Besuch in Saudiarabien vor wenigen Tagen auf den Schleier.

Bald tauchte auf Twitter ein Hashtag in Arabisch auf, das übersetzt so viel wie «Michelle Obama unverschleiert» bedeutet. Es geisterten sogar vermeintliche TV-Bilder aus Saudiarabien durchs Internet, auf denen die First Lady beim Handschlag mit dem neuen König Saudiarabiens von einem Zensurbalken überdeckt wird. Der Skandal schien perfekt.

Aufnahmen, die aus dem saudiarabischen Fernsehen stammen sollen. Video: Youtube/Louis Fox

Doch die Aufregung war für nichts. Mehrere Quellen bestätigen einem Blog des «Wall Street Journal», dass Michelle Obama nicht zensiert wurde. Auch auf Twitter hielt sich die Empörung über den unverschleierten Auftritt in Grenzen: Wie ein Blog der BBC verfolgt hat, wurde der Hashtag zur unverschleierten First Lady gerade mal 2500-mal benutzt – und bloss 37 Prozent der Nennungen waren aus Saudiarabien.

Für deutlich mehr Aufregung sorgte die Aktion des saudischen Königs: Er liess den amerikanischen Präsidenten und seine Gattin einfach stehen, um sich seinem Gebet zu widmen. Der Hashtag «König Salman verlässt Obama, um zu beten» wurde über 170'000-mal vertwittert.

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