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«Es waren zu viele Menschen auf den Bahnsteigen»

Für 36 Inder endete das religiöse Kumbh-Mela-Fest am Fluss Ganges mit dem Tod. Sie wurden an einem Bahnhof niedergetrampelt. Angehörige erheben schwere Vorwürfe gegen die Polizei.

Ein Teil des Fussgängerübergangs stürzte ein: Eine Inderin trauert um ihre toten Angehörigen. (10. Februar 2013)
Ein Teil des Fussgängerübergangs stürzte ein: Eine Inderin trauert um ihre toten Angehörigen. (10. Februar 2013)
Keystone
Es herrschte grosses Gedränge: Der Bahnhof in Allahabad nach dem Unglück. (10. Februar 2013)
Es herrschte grosses Gedränge: Der Bahnhof in Allahabad nach dem Unglück. (10. Februar 2013)
AFP
Eine der grössten religiösen Zusammenkünfte der Welt: Jedes Jahr pilgern Millionen Menschen nach Allahabad, um sich im Fluss Ganges reinzuwaschen. (14. Januar 2013)
Eine der grössten religiösen Zusammenkünfte der Welt: Jedes Jahr pilgern Millionen Menschen nach Allahabad, um sich im Fluss Ganges reinzuwaschen. (14. Januar 2013)
AFP
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Die Massenpanik mit 36 Toten im Norden Indiens ist nach Ansicht des Eisenbahnministers auf einen überfüllten Bahnhof zurückzuführen. «Es waren zu viele Menschen auf den Bahnsteigen, es war für sie nicht möglich, sofort die Züge zu besteigen», sagte Pawan Kumar Bansal in Neu Delhi.

Millionen Pilger hatten gestern Sonntag das Hindu-Fest Maha Kumbh Mela besucht. Viele von ihnen wollten am Abend mit dem Zug nach Hause fahren. Das Pilgerfest ist die grösste religiöse Versammlung der Welt. Laut Bansal fahren für die Pilger zwischen dem 10. und 13. Februar 220 Sonderzüge nach Allahabad.

Auf dem überfüllten Bahnhof habe es Gedränge gegeben, sagte der Minister weiter. Beamte erzählten lokalen Medien, dass sich gestern Abend 200'000 Menschen auf dem Bahnhof in Allahabad aufhielten. Ausgelegt sei er für höchstens 40'000 Menschen.

Der Unfall passierte auf einer breiten Fussgängerbrücke, die über die Gleise führt. Bansal wies Augenzeugenberichte zurück, wonach das Geländer der Brücke gebrochen sei und mehrere Menschen auf Gleise und Bahnsteige hinunter fielen. «Das ist total falsch», sagte er.

Auch habe die Polizei nicht mit Schlagstöcken versucht, die Menge in Schach zu halten. Er kündete eine Untersuchung der Unfallursache an.

Schlechte medizinische Versorgung

Unter den Toten sind nach Behördenangaben 26 Frauen, neun Männer und ein Kind. Zudem wurden 39 Menschen verletzt, mehrere davon schwebten heute noch in Lebensgefahr.

Ein Zeuge sagte der Nachrichtenagentur IANS, dass er mehr als zwei Stunden warten musste, bis medizinische Hilfe eintraf. Ein anderer klagte im Fernsehsender NDTV, es habe nur einen einzigen Arzt auf dem Bahnhof gegeben. Leben hätten gerettet werden können, wenn rechtzeitig Hilfe gekommen wäre.

Premierminister Manmohan Singh zeigte sich «tief geschockt» und kündigte Zahlungen an die Familien an. «Ich sende mein tief empfundenes Beileid an die trauernden Familienmitglieder und wünsche den Verwundeten eine schnelle Genesung», hiess es in einer Mitteilung.

Millionen Teilnehmer an zweimonatigem Fest

Das Hindu-Fest findet alle zwölf Jahre in der kleinen Stadt Allahabad statt und lockt immer mehr Pilger an. In diesem Jahr wird bei den Feierlichkeiten mit insgesamt 100 Millionen Teilnehmern gerechnet.

Der Sonntag, an dem sich die Panik ereignete, gilt als wichtigster Tag des Festes. Rund 34 Millionen Menschen – so viele wie nie zuvor – sollen an dem Ritus teilgenommen haben.

Zum mehr als 2000 Jahre alten «Fest des Kruges» («Maha Kumbh Mela») strömen über Wochen Millionen Inder, um ein rituelles Bad an der Kreuzung der Flüsse Ganges, Yamuna und eines dritten, nur in der Mythologie existierenden Stromes zu nehmen. Ein Bad an dieser bestimmten Stelle gilt als Reinigung von den Sünden. Das Fest begann bereits im Januar und dauert zwei Monate.

sda/AFP/fko/chk

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