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Erster Ebola-Patient in der Schweiz ist geheilt

Das Genfer Unispital hat Grund zum Feiern: Der kubanische Arzt, der in Afrika an Ebola erkrankte und in Genf behandelt wurde, ist unterwegs nach Hause. Ein experimentelles Medikament kam zum Einsatz.

Wird aktuell mit einem älteren statt dem neusten Medikament behandelt: Ebola-Patient Félix Báez (2. von links) bei seiner Ankunft in Genf. (20. November 2014)
Wird aktuell mit einem älteren statt dem neusten Medikament behandelt: Ebola-Patient Félix Báez (2. von links) bei seiner Ankunft in Genf. (20. November 2014)
Keystone
Die Verantwortlichen informieren: Von links Jerome Pugin, Chefarzt Intensivmedizin; Bertrand Levrat, Direktor; Daniel Koch, Chef der Abteilung Übertragbare Krankheiten des Bundesamtes für Gesundheit und Jacques-Andre Romand, Genfer Kantonsarzt. (21. November 2014)
Die Verantwortlichen informieren: Von links Jerome Pugin, Chefarzt Intensivmedizin; Bertrand Levrat, Direktor; Daniel Koch, Chef der Abteilung Übertragbare Krankheiten des Bundesamtes für Gesundheit und Jacques-Andre Romand, Genfer Kantonsarzt. (21. November 2014)
Martial Trezzini, Keystone
Bakteriologischer Alarm: Sicherheitsmassnahmen im Labor. (20. Oktober 2014)
Bakteriologischer Alarm: Sicherheitsmassnahmen im Labor. (20. Oktober 2014)
Keystone
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Der erste Ebola-Patient der Schweiz ist geheilt. Der 43-jährige kubanische Arzt hat nach einem 16-tägigen Aufenthalt im Genfer Universitätsspital (HUG) die Heimreise nach Kuba antreten können, wie die Gesundheitsbehörden bekannt gaben. Derzeit gibt es keine weiteren Gesuche für die Aufnahme weiterer Ebola-Patienten.

Der kubanische Arzt hatte sich Anfang November bei seinem Einsatz in Sierra Leona mit dem Ebola-Erreger infiziert. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und das Genfer Universitätsspital stimmten am vergangenen 19. November einem Ersuchen der Weltgesundheitsorganisation mit Sitz in Genf zu, den Patienten in der Schweiz zu pflegen.

Der Arzt war am 21. November von einer privaten US-amerikanischen Fluggesellschaft nach Genf geflogen worden, von wo er unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen ins Genfer Universitätsspital verlegt wurde. Dort wurde er in ein speziell zu diesem Zweck vorbereiteten Zimmer einquartiert und von geschultem Fachpersonal gepflegt.

Strenge Sicherheitsvorkehrungen

Der Patient wurde rund um die Uhr von fünf Personen betreut. Die Pflegerinnen und Pfleger trugen Schutzanzüge, um jegliches Ansteckungsrisiko auszuschalten. Eine Person überwachte ständig, dass das Personal bei der Behandlung des Patienten die äusserst strengen Sicherheitsvorschriften beim An- und Ausziehen der Schutzanzüge befolgte.

Rund 20 Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger, die sonst in anderen Abteilungen arbeiteten, hatten sich spontan zur Verfügung gestellt, um in der Intensivstation auszuhelfen.

Der Gesundheitszustand des Ebola-Patienten verbesserte sich von Tag zu Tag. Er wurde mit einem experimentellen Medikament namens ZMapp behandelt, das noch nicht offiziell zugelassen ist. Vor ihm waren bereits mehrere Ebola-Patienten erfolgreich mit diesem Arzneimittel behandelt worden.

Die WHO habe versichert, dass alle zur Verfügung stehenden Behandlungsmethoden angewendet werden sollen, um Ebola-Patienten zu pflegen, sagte der Genfer Kantonsarzt Jacques-André Romand der Nachrichtenagentur sda.

Die letzten Analysen, die im Verlauf der vergangenen Woche vorgenommen und zweifach bestätigt wurden, zeigten nun, dass der Arzt geheilt sei und das Spital wieder verlassen könne. Bei seiner Abreise habe er sich gegenüber dem Gesundheitspersonal sehr dankbar gezeigt. Auch die Spitalleitung bedankte sich beim Personal für die grosse Solidarität und den grossen Einsatz. Trotz der hohen Arbeitsbelastung habe es keinerlei Probleme mit dem Personal gegeben», sagte Romand.

Kein Ansteckungsrisiko

«Die Genfer Bevölkerung war zu keinem Zeitpunkt irgendwelchem Risiko für die Übertragung der Krankheit ausgesetzt», sagte der Kantonsarzt weiter. Die Heilung, die durch Analysen von hochspezialisierten Laboratorien bestätigt worden sei, habe es dem Patienten erlaubt, die Schweiz zu verlassen, ohne dass auch nur das geringste Ansteckungsrisiko mehr bestehe.

Die Gesundheitsbehörden zogen eine positive Bilanz über die Pflege des ersten Ebola-Patienten in der Schweiz. Es habe sich gezeigt, dass die Vorkehrungen des Bundes, der Kantone und der Spitäler sich auch in der Praxis bewährt hätten. Derzeit gebe es keine Ersuchen, weitere Ebola-Patienten in der Schweiz zu behandeln. Das Genfer Universitätsspital hat angesichts des grossen Aufwandes, den die Pflege des Ebola-Patienten erfordert hat, selber um eine Pause ersucht.

Tests mit Impfstoff in Genf

Am Genfer Universitätsspital werden derzeit auch klinische Impfstofftests gegen Ebola durchgeführt. Die Freiwilligen, die sich dazu zur Verfügung gestellt hatten, vertrugen den für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) getesteten kanadischen Impfstoff VSV-ZEBOV gut. Die Tests waren mit dem Einverständnis der Schweizer Heilmittelbehörde Swissmedic durchgeführt worden. Die ganze Testreihe soll bis Anfang 2015 dauern.

SDA/mw

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