Ausnahmezustand in Puerto Rico nach Erdbeben der Stärke 6,4

Ein Erdbeben in Puerto Rico hat am Dienstagabend mehrere Städte beschädigt. Ein Naturdenkmal wurde zerstört.

Bilder der Zerstörung: Ein Erdbeben der Stärke 6,4 liess mehrere Häuser einstürzen. Video: Tamedia

Bei einem heftigen Erdbeben in Puerto Rico sind mindestens ein Mensch getötet und acht weitere verletzt worden. Die Gouverneurin des US-Aussengebiets, Wanda Vázquez Garced, rief am Dienstag den Ausnahmezustand aus.

Dies ermögliche es, die Nationalgarde zur Unterstützung der Einsatzkräfte zu mobilisieren, erklärte die Gouverneurin. Das Erdbeben hatte einen Stromausfall auf der gesamten Karibikinsel ausgelöst. Mehrere Städte an der Westküste wurden schwer beschädigt.

In Trümmern: Foto eines zerstörten Hauses in Yauco nach dem Erdbeben vom Dienstag, 7. Januar 2020, in Puerto Rico. Bild: Thais Llorca, EPA/Keystone

Das Erdbeben hatte nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS eine Stärke von 6,4. Es ereignete sich demnach am frühen Morgen knapp 14 Kilometer südlich der Stadt Ponce. Danach folgten laut USGS zwei schwere Nachbeben der Stärke 5,6 und 5,8. Eine unmittelbar nach dem schweren Beben ausgegebene Tsunami-Warnung wurde später wieder aufgehoben.

Örtlichen Medienberichten zufolge kam in Ponce ein 73-jähriger Mann ums Leben, als eine Wand in seinem Wohnhaus einstürzte. Die Bürgermeisterin von Ponce, Mayita Meléndez, sagte im Sender Wapa, dass zudem acht Menschen verletzt worden seien.

Sicherheitsvorkehrungen ergriffen

Vázquez Garced erklärte im Onlinedienst Twitter, dass Sicherheitsvorkehrungen ergriffen worden seien. Regierungsangestellte müssten nicht zur Arbeit erscheinen. «Wir wollen, dass alle sicher sind», betonte die Gouverneurin. Die Häfen des Landes seien durch den Erdstoss nicht beschädigt worden. Die Öl- und Gasreserven reichten zudem für mehrere Wochen aus.

Nachbarn versammelten sich aus Angst vor Nachbeben ausserhalb eines Unterschlupfes . Bild: Carlos Giusti, AP/Keystone

In Online-Netzwerken schilderten Nutzer, wie sie durch das Erdbeben in Puerto Rico aus dem Schlaf gerissen wurden. Ausserdem kursierten Fotos, die zahlreiche Erdbebenschäden in der 20'000-Einwohner-Stadt Guayanilla sowie im nahe gelegenen Guánica zeigen sollen.

Felsbogen zerstört

Der Bürgermeister des Ortes sagte dem Nachrichtensender NotiUno, dass eine Kirche der Stadt eingestürzt sei. An Puerto Ricos Südküste zerstörte das Beben eine Touristenattraktion: Der Felsbogen Punta Ventana stürzte ein.

Der Felsbogen vor (oben) und nach (unten) dem Beben. Bild: Edgar Gracia Portello/Jorge A Ramirez Portela (Keystone)

Die Karibikinsel wurde seit dem 28. Dezember bereits von mehreren Erdbeben erschüttert. Das Beben vom Dienstag war das heftigste.

Puerto Rico erholt sich noch von dem verheerenden Hurrikan Maria aus dem Jahr 2017, bei dem tausende Menschen getötet und zahlreiche weitere obdachlos wurden. Viele Puerto-Ricaner hatten US-Präsident Donald Trump damals vorgeworfen, die Insel nicht ausreichend zu unterstützen. Das Weisse Haus teilte am Dienstag mit, der US-Präsident sei über das Erdbeben informiert worden.

sep/sda

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