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Frau bei Erdbeben auf Lesbos getötet

Ein Erdbeben der Stärke 6,4 hat die Ägäis-Region erschüttert. Auf der griechischen Insel Lesbos ist eine Frau ums Leben gekommen.

Schweres Erdbeben trifft die Ägäis-Region: Eine Frau auf Lesbos räumt ihren Laden nach der Erschütterung auf. (12. Juni 2017)
Schweres Erdbeben trifft die Ägäis-Region: Eine Frau auf Lesbos räumt ihren Laden nach der Erschütterung auf. (12. Juni 2017)
Keystone
Auf der griechischen Insel Lesbos richtete das Beben erhebliche Schäden an. Eine Frau soll gestorben sein, berichtet eine Agentur.
Auf der griechischen Insel Lesbos richtete das Beben erhebliche Schäden an. Eine Frau soll gestorben sein, berichtet eine Agentur.
EPA
Ein Mann fährt in Plomari auf der Insel Lesbos auf seinem Motorrad zwischen den Trümmern.
Ein Mann fährt in Plomari auf der Insel Lesbos auf seinem Motorrad zwischen den Trümmern.
Stringer, AFP
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Bei einem schweren Erdbeben in der Ägäis-Region starb eine Frau und wurden mindestens zehn Menschen verletzt. Das Beben der Stärke 6,3 brachte am Montag auf der griechischen Ferieninsel Lesbos zahlreiche Gebäude zum Einsturz. Die Erdstösse waren bis nach Athen zu spüren und auch bis in die türkischen Städte Istanbul und Izmir.

Am stärksten betroffen war dem griechische Fernsehsender ERT zufolge das Dorf Vrisa auf Lesbos. Dort stürzten nach Angaben der Feuerwehr dutzende alte Häuser ein, Videobilder zeigten von Mauerblöcken übersäte Strassen. Gemäss der Agentur AP verlor eine Frau ihr Leben. «Wir haben es mit einer Katastrophe zu tun», sagte die Gouverneurin der Nord-Ägäis-Region, Christina Kalogirou. «Etwa zehn Menschen sind verletzt», sagte sie dem Sender ERT. «Die Armee bringt Zelte, damit die Menschen dort die Nacht verbringen können.»

«Die Leute sind verzweifelt»

Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS befand sich das Epizentrum des Bebens im Meer elf Kilometer südlich der Küstenstadt Plomari. Auch dort wurden nach Angaben der örtlichen Behörden mehrere Gebäude beschädigt. «Die Strassen sind voller Putz, ich hoffe das ist bald vorbei, die Leute sind sehr verzweifelt», sagte Yiorgos Patarelis, der in der Küstenstadt an der Südküste von Lesbos einen Laden betreibt.

AFP-Reporter in Izmir berichteten, in der türkischen Küstenstadt sei das Erdbeben deutlich zu spüren gewesen und habe für Besorgnis unter den Einwohnern gesorgt, mehrere Gebäude wurden sicherheitshalber evakuiert.

Laut der türkischen Erdbebenwarte gab es mehrere kleinere Nachbeben. Aus der Türkei wurden keine grösseren Schäden oder Verletzte gemeldet. Griechenland und die Türkei liegen an wichtigen tektonischen Bruchlinien und werden immer wieder von Erdbeben erschüttert.

Die Erinnerungen an das Jahr 1999

Allein dieses Jahr gab es an der Ägäis-Küste mehrere Beben bis zu einer Stärke von 5,5. Im August 1999 hatte ein Erdbeben der Stärke 7,0 die dicht besiedelte Region am Marmarameer verwüstet; mehr als 17'000 Menschen wurden getötet. Geologen warnen, dass jederzeit ein neues Erdbeben die Metropole Istanbul treffen könne.

In der Region der Ortschaft Plomari im Süden der Insel wurde nach Angaben von Vize-Bürgermeister Manolis Armenakas der Glockenturm einer Kirche schwer beschädigt. Mehrere Häuser wiesen Risse auf.

Zudem gab es Erdrutsche, die zum Teil Strassen versperrten, wie der Lokalpolitiker weiter mitteilte. «Die Menschen sind fast alle auf die Strasse gerannt», berichteten Augenzeugen aus Lesbos im Fernsehen.

Der Gouverneur der türkischen Provinz Izmir, Erol Ayyildiz, sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, nach ersten Erkenntnissen gebe es weder Opfer noch Schäden zu beklagen. Das Hauptbeben ereignete sich vor der Küste des Bezirks Karaburun in der Provinz.

Bezirksbürgermeister Muhammet Özyüksel sagte dem Nachrichtensender CNN Türk, das Beben habe etwa 15 bis 20 Sekunden gedauert und sei sehr stark gewesen. «So einen Stoss habe ich noch nie erlebt. Ich habe gedacht, das Gebäude stürzt ein», sagte er mit Blick auf die Bezirksverwaltung.

CNN Türk berichtete, in Karaburun seien nach dem ersten Beben drei Nachbeben mit einer Stärke von bis zu 4,9 verzeichnet worden. Auch an der türkischen Ägäis-Küste berichteten Augenzeugen, Menschen seien in Panik auf die Strassen gerannt.

Die türkische Katastrophenschutzbehörde Afad gab die Stärke des Hauptbebens am Montagnachmittag mit 6,2 an. Das Zentrum lag in der Ägäis zwischen der griechischen Insel Lesbos und der türkischen Küstenmetropole Izmir.

Im europäischen Raum kommen die meisten Erdbeben in Griechenland, den südlichen Teilen des Balkans sowie im Westen der Türkei vor. Auch Italien und der westliche Balkan sind besonders betroffen. Der grösste Teil der schweren europäischen Beben ereignet sich nahe den Rändern von Afrikanischer und Europäischer Platte. Dort kann es zu Spannungen kommen, die zu Beben führen.

sda/afp/ap/kaf/fal

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