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Er soll für Berlusconi Prostituierte organisiert haben

Giampaolo Tarantini wurde in Rom festgenommen, weil er von Silvio Berlusconi Schweigegeld erpresst haben soll. Der Premier sieht die Angelegenheit etwas anders.

Wurde heute mit seiner Frau verhaftet: Giampaolo Tarantini. (Screenshot «La Republica»)
Wurde heute mit seiner Frau verhaftet: Giampaolo Tarantini. (Screenshot «La Republica»)

Weil er Schweigegeld von Ministerpräsident Silvio Berlusconi erpresst haben soll, hat die italienische Polizei heute einen Geschäftsmann festgenommen. Giampaolo Tarantini und seine Ehefrau Angela Devenuto seien am Morgen in Rom verhaftet worden, teilt die Polizei in Neapel mit.

Tarantini hatte eingeräumt, Prostituierte für Feiern in Berlusconis Anwesen engagiert zu haben. Berlusconi habe davon nichts gewusst. Derzeit wird in Bari gegen den Geschäftsmann wegen Förderung der Prostitution ermittelt.

Abhörprotokolle von Telefongesprächen

Die Staatsanwaltschaft in Neapel geht davon aus, dass Tarantini Berlusconi gedrängt hat, für die Anwalts- und Unterbringungskosten seiner Familie aufzukommen. Im Gegenzug habe Tarantini den Ministerpräsidenten aus den Ermittlungen in Bari herausgehalten.

Die Vereinbarung habe offenbar vorgesehen, dass sich Tarantini um eine Verständigung im Strafverfahren bemühen sollte, um einen öffentlichen Prozess zu vermeiden, sagte Staatsanwalt Francesco Greco. Damit sollte wohl verhindert werden, dass für Berlusconi kompromittierende Abhörprotokolle von Telefongesprächen zwischen den Prostituierten veröffentlicht werden.

Magazin berichtet von monatlichen Zahlungen an Tarantini

Wie viel Geld Berlusconi für seine Kooperation an Tarantini gezahlt hat, sagte Greco nicht. Das Magazin «Panorama» hatte in der vergangenen Woche berichtet, es seien einmalig 500'000 Euro und weitere monatliche Zahlungen geflossen.

In diesem Fall werde nicht gegen Berlusconi ermittelt, er werde vielmehr als Opfer betrachtet, sagte eine Polizeisprecherin in Neapel. Der Ministerpräsident erklärte hingegen, er fühle sich nicht als Opfer und habe lediglich einer bedürftigen Familie helfen wollen.

«Ich habe einem verzweifelten Mann geholfen»

«Ich habe eine Familie mit Kindern unterstützt, die sich in einer schwierigen finanziellen Situation befand», wurde Berlusconi in «Panorama» zitiert. «Ich habe einem verzweifelten Mann geholfen, ohne irgendetwas im Gegenzug zu erwarten.»

Gegen Berlusconi läuft derzeit in Mailand ein Prozess, weil er ein damals 17-jähriges Mädchen für Geschlechtsverkehr bezahlt haben soll. Sowohl er als auch die junge Frau bestreiten die Vorwürfe.

dapd/mrs

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