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«Er ist extra ins Feld gefahren, um Marc zu erwischen»

In Hallwil hat ein Autofahrer nach einem Streit einen Jogger überfahren – «ein Mordversuch», sagt ein Augenzeuge. Der Lenker habe den jungen Männern «nur ein bisschen Angst machen» wollen, sagt der Beifahrer.

Musste operiert werden: Das Opfer im Spital im Aargau. (19. August 2013)
Musste operiert werden: Das Opfer im Spital im Aargau. (19. August 2013)
Screenshot «Tele M1»
Das Unfallauto, ein VW.
Das Unfallauto, ein VW.
Kapo Aargau
«Das war ein Mordversuch»: Ein Freund des Opfers vor laufenden Kameras.
«Das war ein Mordversuch»: Ein Freund des Opfers vor laufenden Kameras.
Screenshot «Tele M1»
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Mit schweren Rückenverletzungen liegt Marc – so nennt ihn Tele M1 – in der Intensivstation im Kantonsspital in Aarau. Dort musste der schwer verletzte 25-Jährige operiert werden. Sein Zustand hat sich nicht verbessert. Ob er wieder ganz gesund wird, ist unklar.

Grund für den Spitalaufenthalt des Mannes aus dem Aargauer Bezirk Kulm ist eine Joggingrunde mit fatalen Folgen: Am letzten Freitag läuft er mit seinem Kumpel Armando K. einem Feldweg in Hallwil entlang. In der Nähe des Fussballplatzes passiert es: Von hinten fährt ein Auto auf die Jogger zu. Nach einem kurzen Streitgespräch fährt der Lenker den 25-jährigen Marc um. Schwer verletzt wird er mit einem Rettungshelikopter ins Spital geflogen (Redaktion Tamedia berichtete).

«Der Fahrer muss bestraft werden»

Zwei Tage nach dem dramatischen Vorfall erzählt Armando K. dem Fernsehsender Tele M1, was genau passiert ist: «Der Fahrer ist von hinten auf uns zugerast und hat uns gefragt, weshalb wir nicht zur Seite gehen», schildert er. Überrascht vom Tempo des Autolenkers hätten sie den Fahrer gefragt, was ihm eigentlich einfalle, so schnell auf sie zuzufahren.

Danach ging es laut Armando K. erst richtig los: Der Fahrer tritt aufs Gas, die Jogger versuchen sich mit einem Sprung ins Feld zu retten. Marc hat Pech: «Der Lenker ist extra ins Feld hineingefahren, um Marc zu erwischen», erzählt Armando K., der unverletzt davongekommen ist.

Fahrer ist ein Feuerwehrmann

Kurz nach dem Drama nimmt die Polizei die Insassen des Autos fest. Seither sitzt der Fahrer in Haft. Gegen ihn wird wegen versuchter Tötung ermittelt. Sein 26-jähriger Beifahrer Daniel R. kommt frei. Auch er spricht mit den Medien. Gegenüber dem «Blick» sagt er: «Ich bin selbst noch schockiert über das, was passiert ist.»

Die zwei – beides Feuerwehrmänner – halfen am Freitagabend beim Aufbau eines Grümpelturniers. Da seien zwei Jogger vorbeigelaufen, die sich über das auf dem Radweg parkierte Auto genervt hätten. Danach hätten sie einen lauten Knall gehört, erzählt Daniel R.

Erfolglose Beruhigungsversuche

Laut Daniel R. schäumt die Wut in seinem Kumpel über. Die beiden steigen in den VW und fahren den Joggern nach. «Ich dachte zuerst, er bringt mich nach Hause. Aber er war wütend», sagt der Beifahrer. Alle Versuche, seinen Freund zu beruhigen, misslangen. «Ich sagte ihm, er solle keinen Seich machen. Aber er meinte, er wolle denen nur ein bisschen Angst machen.»

Danach stimmen die Aussagen von Daniel R. mit denen von Armando K. überein. Mit einer Ausnahme: «Er wollte sicher nicht in sie hineinfahren», sagt Daniel R. Sein Kumpel sei, als die Jogger nicht zur Seite wichen, nach links in den Acker gefahren. Genau in diesem Moment sei einer der Jogger auch nach links ins Feld gerannt, direkt vor den VW. «Es hat nur noch gekracht.» Die Staatsanwaltschaft untersucht nun den genauen Unfallhergang. Doch für Armando K. ist klar: «Das war ein Mordversuch, der Fahrer muss bestraft werden.»

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