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Entführtes Mädchen wurde unter dem Bett eingesperrt

Ein 21-Jähriger gibt die Entführung einer 13-Jährigen und den Mord an ihren Eltern zu – er hatte das Verbrechen präzise geplant.

Der 21-jährige Arbeitslose, der im Barron County in Wisconsin festgenommen wurde, bekannte sich des Doppelmordes sowie der Entführung der 13-jährigen Jayme Closs schuldig. Bild: AP/Jerry Holt
Der 21-jährige Arbeitslose, der im Barron County in Wisconsin festgenommen wurde, bekannte sich des Doppelmordes sowie der Entführung der 13-jährigen Jayme Closs schuldig. Bild: AP/Jerry Holt

Im Fall des nach Ermordung seiner Eltern fast drei Monate lang in den USA verschwundenen und dann lebend wieder aufgetauchten Mädchens hat der Tatverdächtige das Verbrechen gestanden. Wie aus einem am Montag bei Gericht im Bundesstaat Wisconsin eingereichten Dokument hervorgeht, bekannte sich der 21-jährige Arbeitslose des Doppelmordes sowie der Entführung der 13-jährigen Jayme Closs schuldig.

«Ich habe es getan», sagte Jake P. dem Schriftstück zufolge bei seiner Festnahme am vergangenen Donnerstag. Am Montag wurde er per Videoleitung aus seiner Zelle zu einem Gerichtstermin zugeschaltet. Dabei nahm er äusserlich emotionslos zur Kenntnis, dass er formell wegen zweifachen Mordes und Entführung beschuldigt wurde.

Gezielt auf Mädchen abgesehen

Die Eltern von Jayme Closs waren im Oktober im Haus der Familie in Wisconsin erschossen aufgefunden worden. Die Tochter war verschwunden. Am Donnerstag konnte die 13-Jährige dann aus einer Waldhütte im Dorf Gordon nahe des Lake Superior flüchten, wo sie ihr Entführer gefangen gehalten hatte. Sie sprach eine Nachbarin auf der Strasse an und wurde von der Polizei in Obhut genommen. Der 21-jährige Täter wurde wenige Minuten danach gefasst.

Nach ihrer Befreiung wurde die 13-jährige Jayme Closs zu ihrer Tante Jennifer Smith und deren Hund Molly gebracht. Foto: AFP
Nach ihrer Befreiung wurde die 13-jährige Jayme Closs zu ihrer Tante Jennifer Smith und deren Hund Molly gebracht. Foto: AFP

Bei seinem Überfall auf das 120 Kilometer von Gordon entfernte Haus der Closs-Familie hatte es der Entführer nach seinen eigenen Schilderungen gezielt auf das Mädchen abgesehen. Er war demnach erstmals auf Jayme Closs aufmerksam geworden, nachdem er sie beim Besteigen eines Schulbusses gesehen hatte.

Mutter und Tochter versteckten sich im Bad

Seine Tat bereitete der 21-Jährige den Ermittlern zufolge sorgfältig vor. Zur Tarnung seiner Identität rasierte er sich das Gesicht und die Haare und zog eine Sturmhaube an. Nachdem er laut dem Dokument zwei Mal unverrichteter Dinge von dem Closs-Haus abgedreht war, weil dort zu viele Autos und Leute waren, erschoss P. dann am 15. Oktober durch ein Fenster den Vater. Drinnen fand er Mutter und Tochter im Badezimmer versteckt. Der Entführer fesselte den Angaben zufolge das Mädchen mit Klebeband und erschoss die Mutter. Dann steckte er Jayme Closs in den Kofferraum und fuhr davon.

Während seiner Flucht kamen dem Mörder die Polizeiwagen entgegen, die zum Closs-Haus fuhren. Die Mutter hatte vor ihrem Tod den Notruf angerufen. Der Entführer hatte nach eigenen Aussagen von vornherein vor, in dem Haus keine Überlebenden zu hinterlassen, damit es keine Augenzeugen gab. Als Tatwaffe benutzte er demnach ein Gewehr, das von seinem Vater stammte.

Bis zu 12 Stunden unter Bett eingesperrt

Während der Gefangenschaft sperrte der 21-Jährige das Mädchen dem Dokument zufolge immer wieder unter seinem Bett ein, wenn er die Hütte verliess oder Besuch hatte. Dazu stellte er die Unterseite des Möbelstücks mit Taschen und Wäschekörben zu, die er mit Gewichten beschwerte.

Manchmal musste Jayme Closs demnach bis zu zwölf Stunden unter dem Bett bleiben, ohne Wasser und Nahrung zu erhalten oder auf die Toilette zu dürfen. Am vergangenen Donnerstag gelang es ihr dann, die Hindernisse beiseite zu räumen und zu flüchten. Unklar ist weiterhin, ob der Entführer sich möglicherweise sexuell an dem Mädchen verging.

AFP/anf

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