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«El Chapo»: Drogenboss mit Angststörung

23 Stunden pro Tag eingesperrt mit nur einem Radio. Die Anwälte von Joaquín «El Chapo» Guzmán fordern seine Entlassung aus der Isolationshaft in Manhattan.

US-Richter fürchten seine Rache: Joaquín «El Chapo» Guzmán mit zwei mexikanischen Polizisten vor seiner Auslieferung in die USA. (20. Januar 2017)
US-Richter fürchten seine Rache: Joaquín «El Chapo» Guzmán mit zwei mexikanischen Polizisten vor seiner Auslieferung in die USA. (20. Januar 2017)
AFP
Die Brooklyn-Brücke wird geschlossen und der New Yorker Verkehr lahmgelegt: Der ehemalige Drogenboss wird mit einem schwer bewachten Autokorso hin- und hergebracht.
Die Brooklyn-Brücke wird geschlossen und der New Yorker Verkehr lahmgelegt: Der ehemalige Drogenboss wird mit einem schwer bewachten Autokorso hin- und hergebracht.
Tom Hays
Guzmán im Hochsicherheitsgefängnis von Ciudad Juárez.
Guzmán im Hochsicherheitsgefängnis von Ciudad Juárez.
Reuters
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Die US-Staatsanwaltschaft hat die Einzelhaft für den mexikanischen Drogenboss Joaquín «El Chapo» Guzmán als angemessen bezeichnet. Das geht aus Unterlagen hervor, die am Dienstag bei einem Gericht in New York vorgelegt wurden. Guzmáns Verteidiger hatten zuvor gefordert, den ehemaligen Anführer des Sinaloa-Kartells aus der Isolationshaft in einem Hochsicherheitsgefängnis in Manhattan zu entlassen. Wegen der Isolation habe Guzmán bereits Halluzinationen.

Die Haft in Einsamkeit verletzte seine Grundrechte und verschlechtere seinen gesundheitlichen Zustand, argumentierten die Anwälte. Der 59-Jährige war im Januar von Mexiko an die USA ausgeliefert worden. Seitdem sei er, nur mit einem Radio, jeden Tag für 23 Stunden in einer fensterlosen Zelle eingeschlossen, führten Guzmáns Verteidiger an. Ausserdem sei ihm verboten worden, seine Frau zu sehen oder mit ihr am Telefon zu sprechen.

Drogenboss mit Angststörung

«El Chapo» leide zudem an einer Angststörung, die bereits während seiner Haft in Mexiko begonnen habe. Diese sei mittlerweile so schlimm, dass Guzmán Atemschwierigkeiten habe und an Hals- und Kopfschmerzen leide, hiess es in den Unterlagen. Ausserdem höre er Musik in seiner Zelle, auch wenn das Radio nicht spiele.

Die Staatsanwaltschaft erklärte nun aber, die Haftbedingungen für «El Chapo» seien nötig, da er bereits zweimal aus einem Gefängnis in Mexiko ausgebrochen war. Die speziellen Überwachungsmassnahmen seien nicht unnötig hart. Wenn es jemals einen Fall gegeben habe, der die speziellen Überwachungsmassnahmen rechtfertige, dann sei es dieser, sagte ein Staatsanwalt. Zudem habe Guzmán die grösste Zelle mit einem Fenster mit Milchglasscheiben, durch das Tageslicht in die Zelle käme. Zudem habe er Besuch von einem Anwaltsteam gehabt, dass ihm beibringe, Englisch zu lesen und zu schreiben.

Die Musik erklärte die Staatsanwaltschaft damit, dass Guzmán den gedämpften Ton eines Stationsradios von Angestellten des Gefängnis gehört habe. In Mexiko hatte «El Chapo» selbst hinter Gittern noch Kontakt zu dem Sinaloa-Kartell und orchestrierte seine Ausbrüche. Einmal entkam Guzmán durch einen kilometerlangen Tunnel, der von seiner Dusche in seiner Zelle aus in die Freiheit führte. Er sollte am 5. Mai wieder vor dem Bundesgericht in Brooklyn erscheinen.

dapd/foa

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