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«Eine der grössten Krisen in der Geschichte unseres Landes»

Hurrikan «Dorian» hat die Bahamas schwer verwüstet. Das Ausmass der Katastrophe wird erst langsam sichtbar.

Fabian Swidrak
Die Behörden auf den Bahamas mussten die Zahl der Todesopfer nach oben korrigieren: Eine Spur der Verwüstung nach Hurrikan Dorian. (6. September 2019)
Die Behörden auf den Bahamas mussten die Zahl der Todesopfer nach oben korrigieren: Eine Spur der Verwüstung nach Hurrikan Dorian. (6. September 2019)
Marco Bello, Reuters
Grössere Verwüstungen sind in der Stadt Emerald Isle im US-Bundesstaat North Carolina zu sehen. (5. September 2019)
Grössere Verwüstungen sind in der Stadt Emerald Isle im US-Bundesstaat North Carolina zu sehen. (5. September 2019)
Julia Wall/The News & Observer/AP, Keystone
Nach dem Sturm müssen Stromleitungen wiederhergestellt werden, in Emerald Isle, North Carolina. (5. September 2019)
Nach dem Sturm müssen Stromleitungen wiederhergestellt werden, in Emerald Isle, North Carolina. (5. September 2019)
Tom Copeland/AP, Keystone
Zahlreiche Bäume sind umgestürzt, wie etwa hier in Summerville, South Carolina. (5. September 2019)
Zahlreiche Bäume sind umgestürzt, wie etwa hier in Summerville, South Carolina. (5. September 2019)
Mic Smith/AP, Keystone
Die Feuerwehr im Dauereinsatz: Umgestürzte Bäume müssen von den Strassen entfernt werden, in Charleston, South Carolina. (5. September 2019)
Die Feuerwehr im Dauereinsatz: Umgestürzte Bäume müssen von den Strassen entfernt werden, in Charleston, South Carolina. (5. September 2019)
Randall Hill, Reuters
Ein Bild der Verwüstung: Die Abaco-Inseln auf den Bahamas sind besonders stark vom Hurrikan Dorian getroffen worden. (4. September 2019)
Ein Bild der Verwüstung: Die Abaco-Inseln auf den Bahamas sind besonders stark vom Hurrikan Dorian getroffen worden. (4. September 2019)
Seaman Erik Villa Rodriguez/US Coast Guard, Keystone
Zahlreiche Häuser auf dieser Inselgruppe sind zerstört. (4. September 2019)
Zahlreiche Häuser auf dieser Inselgruppe sind zerstört. (4. September 2019)
Scott Olson/Getty Images
Auch die meisten Palmen wurden umgeknickt, (4. September 2019)
Auch die meisten Palmen wurden umgeknickt, (4. September 2019)
Dante Carrer, Reuters
Hier wurde ein Autodach weggerissen, in der Stadt Marsh Harbour der Abaco Islands, Bahamas. (4. September 2019)
Hier wurde ein Autodach weggerissen, in der Stadt Marsh Harbour der Abaco Islands, Bahamas. (4. September 2019)
Dante Carrer, Reuters
Die Aufräumarbeiten werden monate-, wenn nicht jahrelang dauern. (2. September 2019)
Die Aufräumarbeiten werden monate-, wenn nicht jahrelang dauern. (2. September 2019)
Dante Carrer, Reuters
Die Inselbewohner sind verzweifelt und warten auf Hilfe. Viele Menschen leben nun in Notunterkünften. (4. September 2019)
Die Inselbewohner sind verzweifelt und warten auf Hilfe. Viele Menschen leben nun in Notunterkünften. (4. September 2019)
Scott Olson/Getty Images
Boote in der Stadt Marsh Harbour wurden an Land gespült. (4. September 2019)
Boote in der Stadt Marsh Harbour wurden an Land gespült. (4. September 2019)
Al Diaz/Miami Herald/AP, Keystone
Ein zerstörtes Flugzeug liegt am Strassenrand in der Stadt Freeport, Bahamas. (4. September 2019)
Ein zerstörtes Flugzeug liegt am Strassenrand in der Stadt Freeport, Bahamas. (4. September 2019)
Ramon Espinosa/AP, Keystone
Für viele Touristen stellen die Bahamas ein Ferienparadies dar, das nun sehr stark beschädigt wurde. (4. September 2019)
Für viele Touristen stellen die Bahamas ein Ferienparadies dar, das nun sehr stark beschädigt wurde. (4. September 2019)
Scott Olson/Getty Images
Ein weiteres Bild beweist, wie heftig der Hurrikan auf den Bahamas gewirbelt hat. (1. September 2019)
Ein weiteres Bild beweist, wie heftig der Hurrikan auf den Bahamas gewirbelt hat. (1. September 2019)
Tim Aylen, Keystone
Leben mit den Folgen des Wirbelsturms: Eine Frau kämpft sich durch die Nässe.
Leben mit den Folgen des Wirbelsturms: Eine Frau kämpft sich durch die Nässe.
Marc Nutt, Reuters
Von den Regenmassen sind auch die Häuser von Nassau betroffen.
Von den Regenmassen sind auch die Häuser von Nassau betroffen.
Marc Nutt, Reuters
Ein Auto fährt langsam durch überflutete Strassen in Nassau. (2. September 2019)
Ein Auto fährt langsam durch überflutete Strassen in Nassau. (2. September 2019)
John Marc Nutt, Reuters
Ein Bild der US-Küstenwache zeigt die Bergung der Inselbewohner mit dem Helikopter. (4. September 2019)
Ein Bild der US-Küstenwache zeigt die Bergung der Inselbewohner mit dem Helikopter. (4. September 2019)
Seaman Erik Villa Rodriguez/US Coast Guard, Keystone
Kleidungsstücke wurden grossflächig auf einer Wiese zum Trocknen hingelegt, nachdem der Wirbelsturm über die Stadt Freeport gefegt ist. (4.September 2019)
Kleidungsstücke wurden grossflächig auf einer Wiese zum Trocknen hingelegt, nachdem der Wirbelsturm über die Stadt Freeport gefegt ist. (4.September 2019)
Ramon Espinosa/AP, Keystone
Mit grosser Geschwindigkeit fegte der Sturm über Freeport, Grand Bahama. Er hinterlässt mindestens sieben Tote und grosse Schäden.
Mit grosser Geschwindigkeit fegte der Sturm über Freeport, Grand Bahama. Er hinterlässt mindestens sieben Tote und grosse Schäden.
Ramon Espinosa, Keystone
Das Auges des Hurrikans: Ein gewaltiges Bild von Nasa-Astronaut Nick Hague von der ISS-Station.
Das Auges des Hurrikans: Ein gewaltiges Bild von Nasa-Astronaut Nick Hague von der ISS-Station.
Nasa
Die Bevölkerung im US-Bundesstaat Florida bereitet sich mit grossen Einkäufen auf die bevorstehenden Tage vor.
Die Bevölkerung im US-Bundesstaat Florida bereitet sich mit grossen Einkäufen auf die bevorstehenden Tage vor.
Brynn Anderson, Keystone
Alle helfen, um sich gegen Dorian zu schützen: Gefangene des Frauengefängnisses von Brevard County in Cocoa (Florida) in Aktion.
Alle helfen, um sich gegen Dorian zu schützen: Gefangene des Frauengefängnisses von Brevard County in Cocoa (Florida) in Aktion.
Jim Lo Scalzo, Keystone
Die Ruhe vor dem Sturm: Dieses Trio geniesst die Abendstunden am Strand von Titusville. Wenn dann der Sturm Florida erreicht hat, ist das nicht mehr möglich.
Die Ruhe vor dem Sturm: Dieses Trio geniesst die Abendstunden am Strand von Titusville. Wenn dann der Sturm Florida erreicht hat, ist das nicht mehr möglich.
Marco Bello, Reuters
Der Wirbelsturm bewegt sich nun in Richtung Florida. In einer Schule in Stuart richtet sich die Bevölkerung ein.
Der Wirbelsturm bewegt sich nun in Richtung Florida. In einer Schule in Stuart richtet sich die Bevölkerung ein.
Gerald Herbert, Keystone
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Eine Reise mit der «Symphony of the Seas» ist in jedem Fall eine Reise der Superlative. Von Miami aus bricht das grösste Kreuzfahrtschiff der Welt regelmässig zu Fahrten durch die Karibik auf – mit bis zu 9000 Menschen an Bord. Ein Stopp, der auf kaum einer Reise fehlt: die Bahamas.

Die 700 Inseln, von denen nur etwa 30 bewohnt sind, sind mit ihren weissen Sandstränden ein Sehnsuchtsort für wohlhabende Amerikaner und Touristen aus aller Welt. Superreiche wie Microsoft-Gründer Bill Gates und Designer Calvin Klein haben dort Immobilien. Schauspieler Johnny Depp besitzt gleich eine ganze Insel.

Die etwa 350'000 Einwohner der Bahamas leben gut von den zahlungskräftigen Gästen. Der Inselstaat ist verglichen mit anderen Ländern in der Karibik äusserst wohlhabend. Durch den Tourismus liegt das kaufkraftbereinigte Bruttoinlandsprodukt pro Kopf ungefähr auf dem Niveau von Portugal. Die Hauptstadt Nassau ist offizieller Heimathafen der «Symphony of the Seas». Der Riesendampfer fährt wie viele andere internationale Kreuzfahrtschiffe unter der Flagge der Bahamas.

Keine Kapitalertrags- und keine Vermögenssteuer

Genauso wie die Reichen zieht es jedoch auch die Reedereien nicht nur wegen der in türkisfarbenem Wasser badenden Schweine und ganzjährig warmer Temperaturen in den Karibikstaat. Die Bahamas sind ein Steuerparadies. In der ehemaligen britischen Kronkolonie gibt es keine Kapitalertrags- und keine Vermögenssteuer, dafür aber ein strenges Bankgeheimnis. Bargeld kann man unbegrenzt einführen. Der Banken- und Finanzsektor ist neben dem Tourismus der zweitwichtigste Wirtschaftszweig. Die Europäische Union setzte die Bahamas im vergangenen Jahr auf die schwarze Liste für Steueroasen.

Der politische Druck auf das Steuerparadies wächst also. Eine noch weitaus grössere Bedrohung für den Karibikstaat ist aber der Klimawandel. Etwa 80 Prozent der Bahamainseln liegen nicht einmal einen Meter über dem Meeresspiegel. Bereits in 50 Jahren könnte ein Grossteil von ihnen überspült sein. Dazu fegen immer wieder schwere Tropenstürme über die Bahamas hinweg. Klimaforscher erwarten, dass sie stärker werden, je wärmer das Klima wird.

Hurrikan «Dorian,» der vor drei Tagen erstmals auf die Bahamas traf, war der stärkste jemals dort gemessene Sturm. Erst langsam wird das Ausmass der Katastrophe sichtbar. Luftaufnahmen zeigen unzählige zerstörte Häuser, kaputte Hafenanlagen, umgeknickte Bäume und kilometerlang überflutete Viertel. Boote und Schiffscontainer wurden aus Häfen ins Landesinnere gewirbelt. Die Abaco Inseln im Nordosten der Bahamas hat es besonders schwer getroffen. Der Küstenort Marsh Harbour ist verwüstet, mehr als 60 Prozent der Häuser dort sollen beschädigt sein. Das Armenviertel «The Mud» ist offenbar völlig zerstört worden.

Hilfsorganisationen befürchten humanitäre Katastrophe

Mindestens sieben Menschen sind durch Dorian ums Leben gekommen. Ministerpräsident Hubert Minnis sagte, er gehe davon aus, dass die Zahl der Todesopfer weiter steigen werde. Die Liste der Vermissten ist lang. Nach Angaben des Roten Kreuzes wurden mehr als 13'000 Gebäude zerstört oder schwer beschädigt. «Wir befinden uns inmitten einer der grössten Krisen in der Geschichte unseres Landes», sagte Minnis.

Video: Hurrikan Dorian sorgt für Zerstörung

Auf den Bahamas kam es zu Sturmfluten. Mindestens sieben Personen starben. (Video: Tamedia)

Einsatzkräfte nutzten Jet-Skis und Boote, um Menschen aus überfluteten Gebieten zu retten. Bilder zeigten, wie Kinder und ältere Menschen in der Schaufel eines Räumfahrzeugs in sicherere Gebiete gebracht wurden. Viele Menschen waren durch die Wassermassen in ihren Häusern eingeschlossen worden. Nach Angaben des US-Hurrikan-Zentrums in Miami lagen die Sturmfluten bis zu 5,5 Meter über den normalen Gezeitenhöhen. In Teilen der Bahamas wird eine humanitäre Katastrophe befürchtet.

Die British Royal Navy und eine einige private Hilfsorganisationen versuchen, Nahrung und Medikamente zu den Eingeschlossenen zu bringen. Das UNO World Food Programm geht davon aus, dass Lebensmittel für 14'500 Menschen auf den Abaco Inseln und für rund 45'000 Menschen auf Grand Bahama benötigt werden.

Kreuzfahrttouristen erfahren von alldem nur aus den Nachrichten. Von Schiffen wie der Symphony of the Seas aus bekommen sie das verwüstete Paradies nicht zu sehen. Die Reedereien haben die Routen ihrer Schiffe schon vor dem Eintreffen von Hurrikan Dorian geändert.

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