Zum Hauptinhalt springen

Ein Mob lyncht drei vermeintliche Kidnapper

In einem Ort in der Nähe von Mexico City hat die Bevölkerung drei Männer mit Benzin übergossen und angezündet. Das Verbrechen beruhte auf einem Irrtum. Nun sitzen 23 Dorfbewohner im Gefängnis.

Auch die drei Insassen dieses Autos wurden mit Benzin übergossen und angezündet: Ausgebranntes Fahrzeug der vermeintlichen Entführer.
Auch die drei Insassen dieses Autos wurden mit Benzin übergossen und angezündet: Ausgebranntes Fahrzeug der vermeintlichen Entführer.

Im Nachhinein versuchen Experten, das Unfassbare zu erklären. Sie sprechen vom verlorenen Vertrauen in die Polizei und die Justiz. Vom Gefühl, Gewaltverbrechern, Drogenkriminellen, Entführerbanden schutzlos ausgeliefert zu sein – es sei denn, man steht zusammen und wehrt sich gemeinsam. Von den archaischen Sitten, die in ländlichen Gebieten und an den ausfransenden Rändern der mexikanischen Grossstädte herrschen. Von der Wut, die einen das Recht in die eigene Hand nehmen lässt und plötzlich in unsäglicher Brutalität explodiert. All diese Erklärungen mögen zutreffen – und doch bleibt unfassbar, was sich letzte Woche in San Mateo Huitzilzingo ereignet hat, einem kleinen Ort in der Nähe von Mexico City. Umso mehr, als das Klischee von der Herzlichkeit, Liebenswürdigkeit und Gastfreundschaft der mexikanischen Bevölkerung durchaus einen wahren Kern hat.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.