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Ebola-Verdachtsfall in der Schweiz

Ein Guineer ist mit Verdacht auf Ebola ins Universitätsspital Lausanne eingeliefert worden. Am Mittwoch sollen erste Testresultate vorliegen.

Hier wird der Jugendliche aus Guinea derzeit untersucht: Das Universitätsspital Lausanne.
Hier wird der Jugendliche aus Guinea derzeit untersucht: Das Universitätsspital Lausanne.
Keystone

In der Schweiz ist der erste Ebola-Verdachtsfall aufgetaucht. Dies meldet das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Ein Guineer befindet sich seit Dienstag im Universitätsspital Lausanne. Am 17. September war er gemäss der Mitteilung in der Asyl-Empfangsstelle in Vallorbe VD angekommen.

Er war nach eigenen Angaben zwei Tage zuvor aus seiner Heimat nach Frankreich abgeflogen. Bei seiner Ankunft in Vallorbe erklärte er, ein Mitglied seiner Familie sei an Ebola gestorben. Gemäss dem BAG werden derzeit alle Asylsuchenden aus den betroffenen westafrikanischen Ländern routinemässig zu Ebola befragt. Weil seine Einreise innerhalb der Inkubationszeit (maximal drei Wochen) erfolgte, sei der Jugendliche zur Überwachung direkt in das Spital St-Loup VD gebracht worden, schreibt das Bundesamt weiter. Das Empfangszentrum betreten habe er nicht.

«Keine Gefahr für die Bevölkerung»

Erst zeigte der Jugendliche keine Krankheitssymptome. Nach einer knappen Woche, am 23. September, trat jedoch Fieber auf. Deshalb gilt er nach Kriterien des Bundesamts für Gesundheit als Ebola-Verdachtsfall und wurde nach Lausanne ins Universitätsspital gebracht. Ob er tatsächlich an der Krankheit leidet, wird nun medizinisch abgeklärt. Ihm seien Blutproben abgenommen worden. Das BAG geht davon aus, dass im Verlauf des Mittwochs erste Testresultate vorliegen.

Für die Schweizer Bevölkerung bestand und bestehe keine Gefahr, schreibt das BAG. Sollte der Mann tatsächlich an Ebola erkrankt sein, wäre er erst seit dem Auftreten der Krankheitssymptome ansteckend. Alle Personen, die zuvor mit ihm in Kontakt waren, seien deshalb nicht gefährdet. Seit dem Auftreten der Symptome schütze sich das betreuende Personal. Auch das Personal auf dem Krankentransport nach Lausanne sei geschützt gewesen. Das Spital sei auf Ebola-Fälle vorbereitet gewesen.

Erster Transport aus Ebola-Krisengebiet

Bereits am Montag war erstmals eine Person aus dem Ebola-Krisengebiet in die Schweiz geflogen worden. Es handelte sich um einen ausländischen Krankenpfleger, der in Sierra Leone für eine internationale Organisation im Einsatz war. Der Mann wurde von einer privaten Transportfirma nach Genf geflogen und direkt ins Genfer Universitätsspital (HUG) gebracht. Dort hätten die ersten Abklärungen ergeben, dass das Risiko einer Infektion sehr klein ist, schreibt das BAG.

Trotzdem werde der Krankenpfleger in Obhut genommen und während der kommenden drei Wochen überwacht und regelmässig untersucht. Das Risiko, dass der Betroffene erkrankt, ist gemäss dem BAG sehr gering. Auch hier bestehe für die Schweizer Bevölkerung keinerlei Gefahr.

Der Krankenpfleger hatte in Sierra Leone in einem Spital gearbeitet und war am 20. September von einem an Ebola erkrankten Kind gebissen worden. Da er alle Sicherheitsvorkehrungen befolgt habe und einen Schutzanzug getragen habe, sei es durch den Biss zu keiner sichtbaren Wunde gekommen. Der Flug in die Schweiz wurde deshalb vom BAG als reine Vorsichtsmassnahme bezeichnet.

SDA/thu/ldc

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