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Drei Schwerverletzte des Busunglücks ringen um ihr Leben

Nach der Buskatastrophe mit 20 Toten auf der A2 bei Hannover schweben drei Schwerverletzte noch in Lebensgefahr. Derweil haben die Gerichtsmediziner mit der Identifizierung der Opfer begonnen.

(Video: Reuters)

Die Fahrgäste hätten schwerste Brandverletzungen erlitten, sagte Polizeipräsident Uwe Binias am Mittwoch in Hannover. Es sei nicht auszuschliessen, dass man noch weitere Todesopfer beklagen müsse. Weiter unklar ist Binias zufolge die Ursache des Feuers, das sich Dienstagabend rasend schnell in dem Baus ausbreitete. Sehr schwierig ist die Identifizierung der Opfer.

Der völlig ausgebrannte Bus mit den bis zur Unkenntlichkeit verbrannten Menschen wurde am frühen Mittwochmorgen auf ein Polizeigelände in Hannover gebracht. Dort begannen Spezialisten der Feuerwehr die Toten mitsamt der Sitze aus dem Fahrzeug herauszuschneiden. Bis zum späten Vormittag bargen die Rettungskräfte sechs Leichen, die anschliessend obduziert werden sollten.

Die Identität der Toten stehe weiter nicht fest, sagte der Einsatzleiter der Polizei, Thomas Rochell. Für die Ausflugsfahrt hätten 19 namentlich bekannte Personen insgesamt 39 Reisende angemeldet, von denen dann 32 als Passagiere im Bus gesessen hätten. Man habe daher noch keine Insassenliste erstellen können.

Wegen der starken Verbrennungen könne man bei einem Grossteil der Toten DNA-Material nur noch aus den Knochen entnehmen. Die Gentests und die Identifizierung werde daher noch Tage dauern, hiess es.

Nach Angaben der Polizei steht bislang lediglich die Identität der 12 Reisenden und des Busfahrers fest, die den verheerenden Brand überlebten. Der 51-jährige Busfahrer konnte als Einziger die Klinik bereits wieder verlassen. Bei den überlebenden Passagieren handele es sich um sechs Frauen und sechs Männer im Alter zwischen 46 und 79 Jahren.

Zweifel an Zigarette als Brandursache

Nach Angaben der Feuerwehr entwickelte sich der Brand im mittleren Teil des Busses, in dem der zweite Ausgang und die Toilette waren. Den hinten sitzenden Passagieren sei vermutlich der Weg zum Ausgang in der Mitte versperrt gewesen, sagte Ortsbrandmeister Bernd Keitel. Die meisten Toten hätten sich im rückwärtigen Teil des Busses befunden.

Kurz vor dem Ausbruch des Brandes habe der Busfahrer an der Raststätte Garbsen-Süd noch einen Stopp für Toilettengänge eingelegt. Eineinhalb Kilometer davon entfernt sei dann der Brand bemerkt worden. Dieser habe wahrscheinlich einen längeren Vorlauf gehabt. Möglicherweise habe es im unteren Teil des Busses im Bereich der Toilette einen Schwelbrand gegeben, bei dem sich brennbare Gase entwickelt hätten.

Nach Angaben des Brandmeisters drang zunächst Rauch aus der Toilettentür. Als eine Reisende die Tür geöffnet habe, seien ihr Flammen entgegengeschlagen. Über Stichflammen habe sich das Feuer dann explosionsartig im ganzen Bus ausgebreitet, sagte Keitel. Es sei fast auszuschliessen, dass ein Mann, der nach Angaben einer Mitreisenden kurz vor dem Brand auf der Toilette geraucht haben soll, tatsächlich die Katastrophe verursacht habe.

sa/ap/mbr/oku

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