Wenn eine Drohne ins Cabrio donnert

Spektakuläre Crashtests auf dem Flugplatz Dübendorf zeigen, welche Gefahren in der Mobilität der Zukunft liegen.

Wenn eine Drohne seitlich ins Cabriolet donnert. (Video: Fabienne Andreoli/Axa Crashtests/Webvideo)

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Es sind Horror-Szenarien: Ein Mann sitzt am Steuer seines Cabriolets, als plötzlich eine neun Kilo schwere Transportdrohne angesaust kommt, über die der Pilot die Kontrolle verloren hat. Das Fluggerät durchschlägt die Seitenscheibe des Wagens und trifft den Fahrer voll am Kopf.

Nicht minder schrecklich ist dieser Unfall: Ein Cargo-E-Bike überholt in einer Einbahnstrasse ein normales Velo, übersieht dabei aber ein entgegenkommendes Auto. Mit rund 45 Stundenkilometer prallt der Velofahrer frontal in die Kühlerhaube, die Wucht des Aufpralls schleudert ihn kopfvoran in die Windschutzscheibe. Am Ende liegt der Velofahrer am Boden, das Bike ist komplett zerstört, die Gabel mit dem Vorderrad abgerissen. In der Windschutzscheibe klafft ein fussballgrosses Loch.

Auto gegen Cargo-Bike – eindrückliche Bilder der Unfalltests:

Zum Glück sind diese Unfälle nicht real passiert, sondern nur in Crashtests vor Medien und Interessierten simuliert worden. Und doch: Gar so unrealistisch sind sie nicht. Das sagt Bettina Zahnd, Leiterin Unfallforschung und Prävention bei der Axa-Versicherung. Die Axa führt seit mehr als 30 Jahren eine eigene Unfallforschungsstelle, die jedes Jahr zwei bis drei Wochen lang Crashtests simuliert.

Keine Ausbildung für Drohnenpiloten

Neue, vor allem städtische Mobilitätsformen stünden derzeit besonders im Fokos, sagt Zahnd. Denn einerseits fehlen oft noch Normen für diese Geräte. Für Drohnen beispielsweise gibt es keine anerkannte, geschweige denn eine vorgeschriebene Ausbildung. Drohnen müssen nicht einmal so gekenntzeichnet sein, dass deren Halter zweifelsfrei eruierbar ist.

Anderseits bergen neue Mobilitätsformen auch neue Risiken – besonders weil sie in der Regel lautlos sind und sich oft im Mischverkehr mit Fussgängern bewegen. Dazu gehören nicht nur E-Bikes, sondern auch E-Trottinets, Single-Wheels, Hoverboards und wie sie alle heissen. Und dann sind da auch noch die Paketroboter. Sie alle brauchen Platz. Als zusätzliches Risiko kommen die immer grösser werdenden Differenzen bei den Geschwindigkeiten hinzu.

Städte sind gefordert

«Wir versuchen aufzuzeigen, welches die Risiken sein könnten und wo Handlungsbedarf besteht», sagt Zahnd, «Auch damit nicht überreagiert wird, wenn tatsächlich ein schwerer Unfall passiert.» Sie fordert unter anderem eine Kennzeichnungs- und Ausbildungspflicht für Drohnen. Was die E-Bikes angehe, müssten die Städte unbedingt ihre Infrastruktur aufbessern, damit zum Beispiel gefahrloses Überholen auch für Zweiräder möglich sei. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 23.08.2018, 15:07 Uhr

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