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Die Rückkehr der Sewol-Überlebenden

325 südkoreanische Schüler brachen Mitte April zu einem fröhlichen Ausflug auf die Ferieninsel Jeju auf. Nach dem Untergang der Fähre Sewol haben die Jugendlichen nicht nur mit ihrer Trauer zu kämpfen.

«Wir beten dafür, dass die Toten in Frieden ruhen mögen»: Die Schüler der südkoreanischen Danwon-Schule kehren zum Unterricht zurück. (25. Juni 2014)
«Wir beten dafür, dass die Toten in Frieden ruhen mögen»: Die Schüler der südkoreanischen Danwon-Schule kehren zum Unterricht zurück. (25. Juni 2014)
EPA, Keystone

Es war eine düstere Prozession. 73 Schüler in schwarzen und weissen Uniformen, die Köpfe gebeugt, weinend. Vom Bus schlichen sie zum Eingang der Danwon-Schule, vorbei an den Eltern ihrer Freunde und an dem grossen Schild: «Wir beten dafür, dass die Toten in Frieden ruhen mögen.»

Rückkehr der Überlebenden nach der unfassbaren Tragödie: Am 16. April waren beim Untergang der Fähre Sewol vor der südkoreanischen Küste 245 Schüler der Danwon High School in Ansan am Stadtrand von Seoul ums Leben gekommen. Fünf werden nach wie vor vermisst. Nur 75 der Jungen und Mädchen, die zu einem Schulausflug auf die Ferieninsel Jeju unterwegs waren, kamen lebend zurück. Nun plagen sie sich mit Schuldgefühlen, Trauer und Wut - wie der Rest ihres Landes auch, nur wie mit einem Brennglas verdichtet, dem Grauen ganz nah.

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