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Polizei zieht ins Geburtshaus von Adolf Hitler

Österreich hat eine Lösung fürs ehemalige Heim von Hitler gefunden: Das Haus wird ein Polizeiposten.

Ein Haus mit neuer Bestimmung: Das Geburtshaus von Adolf Hitler in Braunau. (AP/Keystone/Kerstin Joensson)
Ein Haus mit neuer Bestimmung: Das Geburtshaus von Adolf Hitler in Braunau. (AP/Keystone/Kerstin Joensson)

Ein jahrelanger Streit findet sein Ende: Das Geburtshaus von Adolf Hitler in Braunau am Inn im Bundesland Oberösterreich soll künftig von der Polizei genutzt werden. Wie das Innenministerium mitteilte, sollen das Bezirkspolizeikommando und die lokale Polizeiinspektion nach einer neuen Gestaltung des Gebäudes dort einziehen. Dafür werde noch im laufenden Monat ein EU-weiter Architektenwettbewerb gestartet. Mit einem Resultat des Wettbewerbs sei im ersten Halbjahr 2020 zu rechnen.

Zuvor hatte das Gebäude einige Jahre leer gestanden. Vor 2011 hatte eine Lebenshilfe mit Behindertenwerkstatt das Haus lange genutzt. Erst als sich der Zustand der Immobilie verschlechterte, zog die Organisation aus. 2013 schrieb der «Kurier», dass das historisch belastete Gebäude auch offen für Migranten sein werde. Die Wohltätigkeitsorganisation Volkshilfe hatte die Absicht, das Haus zu mieten. Daraus wurde schliesslich nichts.

Auch die Idee des damaligen Bürgermeisters von der ÖVP, das Haus an Private zu vermieten, fand keine Zustimmung, sondern sorgte für viel Aufregung. Wiederum andere sprachen sich für eine Gedenkstätte gegen den Holocaust aus. Doch auch diese Idee wurde nicht umgesetzt.

2017 wurde das Haus von seiner früheren Besitzerin enteignet und ging in den Besitz der Republik Österreich. Die Enteignung hatte zu einem längeren Rechtsstreit zwischen der früheren Besitzerin, einer Rentnerin, und dem Staat um die Höhe der Entschädigung geführt. Bisher flossen 812'000 Euro (circa 891'000 Franken) an die ehemalige Eigentümerin.

Ein Schnappschuss fürs Familienalbum

Österreichs Regierung ist nicht unglücklich, neue Mitbewohner für das Haus gefunden zu haben. Dass die Polizei einzieht, soll «ein unmissverständliches Zeichen dafür sein, dass dieses Gebäude für immer einer Erinnerung an den Nationalsozialismus entzogen ist», erklärte Innenminister Wolfgang Peschorn. Auch die Einwohner von Braunau sind froh, dass das Geburtshaus ihres unrühmlichen Sohnes eine neue Bestimmung fand.

Die Enteignung und die neuen Veränderungen sollen verhindern, dass das Areal weiter als eine Pilgerstätte für Neonazis dient. Aber auch Touristen lassen sich vor der Geburtsstätte des späteren Reichskanzlers und nationalsozialistischen Diktators fotografieren. Vor dem Gebäude befindet sich übrigens ein aus dem ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen stammender Mahnstein aus Granit. Darauf steht: «Für Frieden, Freiheit und Demokratie. Nie wieder Faschismus. Millionen Tote mahnen.»

sz.de/fal

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