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Die Bluttat im Gasthof «Deutscher Kaiser»

In Baden-Württemberg hat ein junger Mann Vater, Mutter und vier weitere Familienmitglieder getötet. Dann rief er die Polizei.

Der Schock im Dorf sitzt tief: Kerzen vor dem Tatort in Rot am See. (Keystone/Tom Weller/24. Januar 2020)
Der Schock im Dorf sitzt tief: Kerzen vor dem Tatort in Rot am See. (Keystone/Tom Weller/24. Januar 2020)

Ein 26-jähriger Deutscher hat am Freitag in Rot am See sechs Familienangehörige getötet und zwei weitere schwer verletzt. Danach rief er selbst die Polizei an und stellte sich.

Die Tat ereignete sich kurz vor 13 Uhr in der 5400-Einwohner-Gemeinde Rot am See im Nordosten von Baden-Württemberg, etwa auf halbem Weg zwischen Stuttgart und Nürnberg. Tatort war ein Gasthaus mit dem Namen «Deutscher Kaiser». Der Vater hat die Sportkneipe im Landkreis Schwäbisch Hall offenbar geführt, auch der Täter wohnte dort.

Zwei Jugendliche bedroht

Laut dem Präsidenten der zuständigen Polizei Aalen, Reiner Möller, wartete der Täter nach seiner Tat vor dem dreistöckigen Backsteinhaus auf die Polizei und liess sich widerstandslos festnehmen. Die Tatwaffe, eine Pistole vom Kaliber neun Millimeter, lag im Haus, zusammen mit zwei Toten. Vor dem Haus lagen vier Leichen. Zwei Menschen fand die Polizei schwer verletzt vor; eine dieser beiden Personen schwebte am Freitagabend noch in Lebensgefahr. Zwei Knaben der Familie im Alter von 12 und 14 Jahren habe der Schütze zudem bedroht – aber schliesslich doch verschont. Die beiden Jugendlichen würden psychologisch betreut.

Video: Schüsse in Baden-Württemberg

Der Täter liess sich von der Polizei widerstandslos festnehmen. (Video: NonstopNews)

Laut Möller handelt es sich bei den Toten um drei Männer im Alter von 36, 65 und 69 Jahren sowie drei Frauen im Alter von 36, 56 und 62 Jahren. Alle Toten und Verletzten sowie der Täter seien in einem verwandtschaftlichen Verhältnis zueinander gestanden, hätten also einer Familie angehört. Der Täter sei der Sohn, er habe unter anderen seinen Vater und seine Mutter erschossen.

Unterwegs zu Beerdigung

In der Vernehmung habe man mit dem Täter ein «ordentliches Gespräch» führen können, sagte Möller. Allerdings habe der Mann zunächst keine Angaben über die Gründe für seine Bluttat gemacht. Auch der Tathergang sei noch unklar. Der Täter habe die Waffe nach ersten Erkenntnissen legal besessen. Er sei Sportschütze und habe einen Waffenschein, in dem die halbautomatische Pistole eingetragen sei.

Laut der Ulmer Regionalzeitung «Südwest-Presse» und der «Bild»-Zeitung lebten Vater und Mutter des Täters getrennt. Die Mutter sei mit ihrer Tochter und zwei Enkeln nach Rot am See gereist, um sich mit anderen Familienmitgliedern für eine Beerdigung am Samstag zu treffen. Nach Angaben der «Bild» handelt es sich bei der Verstorbenen um die Mutter der Mutter – also die Grossmutter des Schützen.

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