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Die Amoklauf-Verhinderin

Die USA feiern Antoinette Tuff als Heldin. Die Buchhalterin einer Schule im Bundesstaat Georgia vereitelte einen Amoklauf. Sie bewegte einen bewaffneten 20-Jährigen zum Aufgeben – mit Verständnis und Mitgefühl.

Ein Ort findet zur Normalität zurück: Eine Anzeigetafel heisst die Schüler in Decatur willkommen. (21. August 2013)
Ein Ort findet zur Normalität zurück: Eine Anzeigetafel heisst die Schüler in Decatur willkommen. (21. August 2013)
Keystone
Konnten den jungen Mann festnehmen: Einsatzkräfte vor der Grundschule von Decatur. (20. August 2013)
Konnten den jungen Mann festnehmen: Einsatzkräfte vor der Grundschule von Decatur. (20. August 2013)
Reuters
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US-Präsident Barack Obama persönlich rief Antoinette Tuff an und lobte sie für ihren Mut. Anfang Woche hatte Tuff an der Schule von Decatur im US-Bundesstaat Georgia einen potenziellen Amokläufer zur Aufgabe bewegt. Seither wird die Buchhalterin der Schule in den USA als Heldin gefeiert.

Ein 20-Jähriger war mit einem Sturmgewehr des Typs AK-47 und 500 Schuss bewaffnet in ihr Büro geplatzt. Offenbar wollte er an der Schule einen Amoklauf verüben. Doch Antoinette Tuff schaffte es, einen Notruf an die Polizei abzusetzen und den Lehrern zu signalisieren, die über 800 Kinder in Sicherheit zu bringen.

«Also erklärte ich ihm, dass ich ihn liebe»

Mehr noch als Tuffs Leistung beeindruckt die Art und Weise, wie die Frau es schaffte, den Angreifer zur Aufgabe zu bewegen. Die Aufnahmen aus der Notrufzentrale der Polizei zeigen, wie Tuff mit Freundlichkeit und Mitgefühl auf den jungen Mann eingeht. Genau dies, betont das Onlinemagazin «The Daily Beast», habe den 20-Jährigen dazu bewegt, in Tuffs Büro zu bleiben, anstatt schiessend durch das Schulhaus zu gehen.

Tatsächlich schafft es Antoinette Tuff, den aufgewühlten Mann langsam zu beruhigen. Sie spricht ihn zunächst mit «Sir» an, nennt ihn schliesslich «Baby» und sagt ihm immer wieder, dass sie seine Verzweiflung verstehe. «Weisst du, dass ich mich letztes Jahr selber töten wollte, nachdem mich mein Mann verlassen hatte? Aber schau mich jetzt an: Ich arbeite noch immer, und alles ist okay.»

Sie habe realisiert, dass es diesem jungen Mann nicht gut gegangen sei, erklärte Tuff später gegenüber verschiedenen US-Medien. «Er sagte, dass ihn niemand liebe. Also erklärte ich ihm, dass ich ihn liebe.»

«Wir gehen alle durch schlimme Zeiten»

Tuff kann den Mann schliesslich zur Aufgabe bewegen. Sie sagt dem 20-Jährigen, wo er seine Waffe und die Munition hinlegen soll, und versichert ihm, dass alles gut sein werde. «Ich bin stolz auf dich. Es ist gut, dass du aufgibst. Mach dir keine Sorgen, wir gehen alle einmal durch schlimme Zeiten.»

Der Vorfall an der Schule von Decatur endet ohne Verletzte. Wie sich später herausstellt, hätte Antoinette Tuff gar nicht an der Schule sein sollen; sie hatte ein paar Wochen freigenommen. Doch an diesem Tag, als der bewaffnete Mann die Schule betrat, war Tuff für eine Sekretärin eingesprungen.

Mit Material der Nachrichtenagentur SDA angereichert.

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