Zum Hauptinhalt springen

«Das ist meine Genozid-Schule»

Jared Lee Loughner war laut den Ermittlern des Attentats von Tucson ein Mensch mit psychischen Problemen. Ein Video, das er nachts in seiner Schule drehte, bestätigt dies auf beklemmende Weise.

Auf seinem nächtlichen Rundgang: Jared Lee Loughner in seiner ehemaligen Schule. (Quelle: Pima Community College / Los Angeles Times)

Die Aufnahmen zeigen Jared Lee Loughner in den Fluren des Pima Community Colleges in Tucson im Bundesstaat Arizona. Er selbst ist nie direkt im Bild, weil er auf seinem abendlichen Spaziergang die Kamera ständig auf die Szenerie vor sich hält. Loughner verletzte bei einem Attentat die US-Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords lebensgefährlich und tötete sechs Menschen.

Laut der Zeitung «Los Angeles Times», die den Film auf ihrer Website mitsamt einem Bericht publizierte, war das Video bereits am 23. September 2010 auf Youtube zu sehen, bevor es wieder entfernt wurde. Am vergangenen Freitag gab die Schulleitung es wieder frei – wohl auch deshalb, weil es bei einer Suspendierung von Loughner vom Unterricht im vergangenen Herbst eine Rolle spielte und als Beweismittel diente.

«An einem schrecklichen Ort»

Während Loughner das knapp vierminütige Video dreht, spricht er Kommentare dazu, die zeigen, wie miserabel er sich an der Schule fühlt. «Ich bin an einem schrecklichen Ort», erzählt er seinen Zuschauern, «das ist die Schule, auf die ich gehe.» Immer wieder hört man sein seltsames Lachen und Kichern, gefolgt von hasserfüllten Kommentaren. «Das ist meine Genozid-Schule», sagt er, «ich werde einmal obdachlos sein, wegen dieser Schule.»

Der Rundgang mit frustrierten Beschreibungen der Szenerie führt von draussen in die Schule, durch dunkle Flure bis in die spärlich besetzte Cafeteria. Schliesslich erreicht Loughner auch das Büro der Polizei, wo man für einen Moment sein Gesicht als Reflexion auf einer Glasscheibe sieht.

Polizeieinsatz nach Ausraster

Mit den Polizisten hatte der spätere Attentäter am 23. September zu tun, wie die «Los Angeles Times» weiter berichtet – just an dem Tag also, als der Film in das Internet hochgeladen wurde. Weil ihm ein Lehrer mit Punktabzügen gedroht hatte, falls er eine Hausaufgabe zu spät abgebe, benahm sich der 22-Jährige so wütend und zornig, dass der Lehrer die Polizisten zu Hilfe rief.

Das Video endet so beklemmend, wie es begonnen hat. In miserabler Stimmung und schwer schnaufend beendet Loughner seinen Video-Rundgang. «Danke», sagt er noch, «hier ist Jared vom Pima College.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch