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Darum kam es zum Rekordstau am Gotthard

Auch am Ostermontag staute sich der Verkehr auf den Schweizer Strassen. Für den Rekordstau vom Osterwochenende verantwortlich war nicht nur der Ferienbeginn in der Schweiz.

Rekordstau: Autofahrer auf der A2 Richtung Süden in der Nähe von Silenen vertreiben sich die Zeit ausserhalb ihrer Autos. (3. April 2015)
Rekordstau: Autofahrer auf der A2 Richtung Süden in der Nähe von Silenen vertreiben sich die Zeit ausserhalb ihrer Autos. (3. April 2015)
Keystone

Noch nie stauten sich die Autos so lange vor dem Gotthard-Nordportal: Die Blechlawine löste sich erst nach über 45,5 Stunden auf. Die milden Wetteraussichten hatten viele Kurzentschlossene in den Süden gelockt.

Bereits am Gründonnerstag knackte das Thermometer im Süden und im unteren Misox die 20-Grad-Marke. Auch danach blieb es auf der Alpensüdseite mit Temperaturen zwischen 12 und 16 Grad freundlich.

Im Norden und Osten der Schweiz war der Start ins Osterwochenende dagegen buchstäblich ins Wasser gefallen. Laut SRF Meteo tobte im Norden vielerorts erneut der Sturm und es gab teilweise viel Regen. Die Schneefallgrenze sank am Samstag gar unter 1000 Meter. Im Mittelland erreichten die Temperaturen an den Ostertagen maximal zehn Grad.

Stau auch am Ostermontag

Das Resultat war ein Rekordstau in Richtung Süden, der sich nicht alleine mit dem Ferienbeginn in der Schweiz erklärte. Das freundliche Wetter habe viele Deutsche und Holländer bewogen, spontan in den Süden zu reisen, schreibt der Verkehrsinformationsdienst viasuisse.

Bereits am Mittwoch war es vor dem Gotthard-Nordportal zu Staus gekommen, als sich viele Reisende auf den Weg in Richtung Süden machten. Am frühen Donnerstagmorgen bildete sich dann ein Dauerstau bis am Karfreitagabend.

Bei der Rückreise am Ostermontag war am Gotthard erneut Geduld gefragt. Ab Mittag begann sich vor dem Südportal Stau zu bilden, zeitweise standen die Autos am Nachmittag gemäss viasuisse auf einer Länge von acht Kilometern im Stau. Und auch am frühen Abend betrug die Staulänge noch immer sieben Kilometer.

Stau auch vor San-Bernardino-Tunnel

Gross war das Verkehrsaufkommen aber nicht nur vor dem Gotthard-Tunnel. Viele Reisende versuchten, die kilometerlangen Staus über die A13 zu umfahren. Nach Angaben der Bündner Kantonspolizei staute sich der Verkehr am Nachmittag vor dem San-Bernardino-Tunnel auf einer Länge von rund 15 Kilometern.

Auch vor dem Grossen St. Bernhard-Tunnel betrug der Zeitverlust bis zu einer Stunde. Beim Autoverlad durch den Simplon mussten die Autofahrer zeitweise bis zu zwei Stunden warten.

Der Gescheite reiste im Zug

Wer mit dem Zug ins Tessin verreiste, konnte den Stau umgehen: Die SBB schickten über Ostern fünf Zusatzzüge ins Tessin und ins Wallis und wieder retour. Diverse Regelzüge wurden zudem verlängert. So stellte die SBB über Ostern 18'000 zusätzliche Sitzplätze zur Verfügung.

Pech hatte allerdings, wer ins Engadin reisen wollte. Die RhB-Strecke Chur-St. Moritz war am Karfreitag wegen Steinschlaggefahr zwischen Thusis und Tiefencastel unterbrochen. Nach einer Sicherheitssprengung konnte die RhB das Stein- und Felsmaterial bis am Samstagabend wegräumen.

Störungen gab es am Karfreitag auch auf der Matterhorn Gotthard Bahn: Weil Schnee weggeräumt werden musste, fuhren am frühen Morgen zwischen Realp UR und Hospental UR vorübergehend keine Züge. Wegen Lawinengefahr war der Autoverlad am Oberalppass zwischen Andermatt und Sedrun den ganzen Tag unterbrochen.

SDA/rar

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