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Chinesischer Funktionärssohn stirbt bei Ferrari-Unfall

Ein neuer Skandal erschüttert die chinesische Führung. Der Sohn eines engen Vertrauten von Präsident Hu Jintao soll gegen eine Mauer gefahren sein – mit zwei (halb-)nackten Frauen im Sportwagen.

Der Sohn eines Parteifunktionärs soll am 18. März in Peking verunglückt sein: Diese Aufnahme eines Ferrari-Wracks kursiert im Internet. (Bild: Weibo.com)
Der Sohn eines Parteifunktionärs soll am 18. März in Peking verunglückt sein: Diese Aufnahme eines Ferrari-Wracks kursiert im Internet. (Bild: Weibo.com)

Die chinesische Führung wird von einem neuen Skandal um luxuriöse Freizeitbeschäftigungen ihrer Mitglieder erschüttert. Im Internet machten Fotos von den Überresten eines verunglückten Ferraris die Runde, mit dem Medienberichten zufolge der Sohn von Ling Jihua, einem am Wochenende geschassten Chef des Sekretariats im mächtigen Politbüro und engen Vertrauten von Präsident Hu Jintao, unterwegs gewesen sein soll. Die Zensur tat ihr Möglichstes, um die Verbreitung der Aufnahmen zu verhindern.

Laut einem Bericht der «South China Morning Post» aus Hongkong vom Montag kam Lings Sohn bei dem Unfall am 18. März ums Leben. In dem Wagen, der in der Hauptstadt Peking mit hoher Geschwindigkeit frontal gegen eine Mauer prallte, sassen damals auch zwei Frauen, die schwer verletzt wurden. Eine von ihnen wurde nackt aus den Trümmern geborgen, die zweite war ebenso wie der getötete Fahrer nur zur Hälfte bekleidet.

KP steht vor Machtübergabe

Chinas Führung hatte am Wochenende den 62-jährigen Li Zhanshu, früherer Chef der südwestlichen Provinz Guizhou, zum neuen Chef im Sekretariat des Politbüros ernannt. Über die Gründe für die Entlassung Lings, eines engen Vertrauten von Staatschef Hu Jintao, wurden keine Angaben gemacht. Allerdings steht die Kommunistische Partei kurz vor einer etwa alle zehn Jahre stattfindenden Machtübergabe an eine jüngere Führungsmannschaft.

Hu soll voraussichtlich im Oktober bei einem Parteitag sein Amt als Generalsekretär niederlegen. Im kommenden März soll er dann auch das Präsidentenamt an seinen derzeitigen Vize Xi Jinping übergeben. Dieser stand zuletzt im Juni in der Kritik, nachdem Medien über umfangreiche Investitionen und Finanztransaktionen in seinem familiären Umfeld berichtet hatten. Auch damals schritt die chinesische Internetzensur umgehend ein.

Chinas Staatsmedien berichteten indes von der Entlassung eines ranghohen Armeeangehörigen wegen Misshandlung einer Stewardess. Fang Daguo habe die Frau während eines Streits um sein Handgepäck verletzt, berichtete die Tageszeitung «China Daily». Laut der Nachrichtenagentur Xinhua waren er und seine Frau stark betrunken, als der Streit mit der Flugbegleiterin ausbrach. «Ohne uns hätten Sie nicht einmal etwas zu essen», sagte Fangs Frau demnach zum Opfer.

AFP/mw

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