Zum Hauptinhalt springen

Chinesen müssen für Prügelei zahlen

Zwei Chinesen lieferten sich an Bord einer Swiss-Maschine ein Handgemenge. Der ältere der beiden Störenfriede muss nun eine Busse zahlen. Inzwischen ist auch bekannt, wie es zur Schlägerei kam.

Zur Landung gezwungen: A340-Maschine der Swiss. (Archivbild)
Zur Landung gezwungen: A340-Maschine der Swiss. (Archivbild)
Keystone

Der 57-jährige Chinese, der in einem Swiss-Flug nach Peking ausrastete und den Piloten zur Rückkehr nach Zürich veranlasste (Redaktion Tamedia berichtete), ist zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Er hat sich der fahrlässigen Störung des öffentlichen Verkehrs schuldig gemacht.

Er erhielt eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen. Zur Höhe der Tagessätze wollte die zuständige Staatsanwältin Daniela von Känel von der Zweigstelle Flughafen der Staatsanwaltschaft Winterthur-Unterland heute auf Anfrage keine Angaben machen. Gemäss von Känel muss er sich auch an den Verfahrenskosten beteiligen. Der jüngere der beiden Chinesen kam etwas glimpflicher davon: Er muss sich lediglich an den Verfahrenskosten beteiligen.

Aus der Haft entlassen

Der 57-Jährige sei inzwischen aus der Haft entlassen worden, sagte von Känel weiter. Ob er sich bereits auf dem Rückflug befinde, wisse sie nicht. Da keine Anzeige beispielsweise wegen Drohung oder Gewaltanwendung eingegangen ist, hat die Staatsanwaltschaft lediglich wegen Störung des öffentlichen Verkehrs ermittelt. Dies ist ein Offizialdelikt und muss von Amtes wegen verfolgt werden.

Maschine kehrte in Russland um

Ein banaler Streit um die Stellung der Rückenlehne hat eine Prügelei ausgelöst, wegen der eine Swiss-Maschine auf halbem Weg nach Peking umkehren musste. «Es ging um die Rückenlehne, die der Passagier in Reihe 33 nach hinten gestellt hatte», berichtete eine Mitreisende dem «Blick». Der dahinter sitzende Chinese habe sich beim Essen gestört gefühlt und seinen jüngeren Vordermann angeschrien. «Als der Jüngere auf seine Schreie nicht reagierte, schlug er ihm mit der flachen Hand auf den Kopf.» «Es hat richtig laut geklatscht», berichtete die Mitreisende weiter.

Kurz darauf hätten sich die Männer prügelnd am Boden gewälzt. Ein Crew-Mitglied habe versucht, die Chinesen zu trennen. Daraufhin sei ihm der ältere Mann «an die Gurgel gegangen». Nur mithilfe eines starken Passagiers gelang es den Angaben zufolge, den Mann unter Kontrolle zu bringen. «Dann haben sie ihm mit Kabelbindern die Hände zusammengebunden und ihn in die letzte Reihe verbannt. Dort schrie er eine geschlagene Stunde. Die Situation war unglaublich nervenaufreibend. Es herrschte ein riesiges Chaos», berichtete die Augenzeugin. Ein Video zeigt die Situation im Flugzeug als sich die Lage schon wieder etwas beruhigt hat.

Probleme mit Alkohol an Bord

Wie die Kantonspolizei Zürich gestern auf Anfrage mitteilte, war offenbar viel Alkohol im Spiel. Das ist bei Streitereien an Bord von Flugzeugen offenbar keine Seltenheit. Alleine im letzten Jahr sah sich die Swiss mit 130 alkoholisierten Störenfrieden konfrontiert (Redaktion Tamedia berichtete).

Ein Ausschankverbot innerhalb des Fliegers kommt für die Swiss dennoch nicht in Frage. Doch das Kabinenpersonal behalte sich vor, einem Passagier den weiteren Ausschank zu verweigern, wenn dieser bereits viel konsumiert habe. Stark alkoholisierte Passagiere werden oftmals gar nicht erst an Bord gelassen, liess Swiss-Mediensprecherin Susanne Mühlemann gegenüber Redaktion Tamedia mitteilen.

Gemäss Mühlemann konnten sämtliche der rund 200 Passagiere auf einen anderen Flug umgebucht werden. Die Unkosten für Hotelübernachtung und Umbuchung wurden von der Schweizer Fluggesellschaft übernommen. Ein generelles Recht auf Schadenersatz bestehe für die Passagiere nicht. «Das müssen wir bilateral anschauen», sagt Mühlemann.

sda/afp/mrs

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch